Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Mi, 13.03.2019


Innsbruck

Ersatz-Leopold für Innsbruck ist im Anmarsch

Das Reiterstandbild von Erzherzog Leopold kehrt nach Innsbruck zurück. Allerdings als Kopie. BM Georg Willi rechnet mit Kosten „um die 100.000 Euro“.

Das Figurenensemble des Leopoldsbrunnens wurde bereits durch Kopien ersetzt. Nun soll auch eine Kopie des Reiterstandbildes folgen.

© Thomas Boehm / TTDas Figurenensemble des Leopoldsbrunnens wurde bereits durch Kopien ersetzt. Nun soll auch eine Kopie des Reiterstandbildes folgen.



Innsbruck – Seit 2015 ist der Sockel des Leopoldsbrunnens am Innsbrucker Rennweg leer. Jetzt soll das Reiterstandbild von Erzherzog Leopold zurückkehren. Allerdings nicht das Original des einstigen Hof-Bildhauers Caspar Gras, sondern eine Kopie. Darauf haben sich Stadt und Bund geeinigt.

Wann es so weit sei und wie viel das Abbild des Standbildes kosten wird, sei aber noch unklar, erklärt Innsbrucks Bürgermeister Georg Willi (Grüne) im Gespräch mit der TT. Details wolle er bei seinem nächsten Wienbesuch mit Kulturminister Gernot Blümel (ÖVP) klären. Eine Summe „um die 100.000 Euro“ müsse für die Kopie wohl veranschlagt werden, sagt der Bürgermeister.

Bereits die Restaurierung der Originalplastik und des Brunnens auf dem Vorplatz des im Herbst 2018 eröffneten Hauses der Musik kostete die Stadt mehr als 400.000 Euro. Dafür wurde das Reiterstandbild, das Teil der Sammlung des Kunsthistorischen Museums ist, nach Wien gebracht. Und dort stellte sich heraus, dass die Figur, die seit 1893 in Innsbruck steht und deren Wert mit rund 12 Millionen Euro veranschlagt wird, bislang nicht versichert war. Bis zur Klärung der Versicherungsfrage schloss das KHM die Rückkehr Leopolds an seinen Stammplatz aus. Ein Angebot der Stadt, Schäden bis zu 90.000 Euro zu übernehmen, lehnte Wien ab. „Die Übernahme der vollen Versicherungssumme wäre nicht finanzierbar gewesen“, so Willi.

Eine Rückkehr des originalen Reiterstandbildes nach Innsbruck ist allerdings nicht ausgeschlossen: Schloss Ambras ist Teil des Kunsthistorischen Museums. „Es ist vorstellbar, dass die Statue dort aufgestellt wird. Eine andere Variante wäre das Ferdinandeum“, erklärt Georg Willi. Dort befinden sich auch die anderen, ehemals am Leopoldsbrunnen angebrachten Originalfiguren. Am Brunnen selbst sind diese bereits seit Langem durch Kopien ersetzt worden. (jole)