Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Sa, 16.03.2019


Innsbruck

Migration als „historische Norm“ am Domplatz in Innsbruck

Bei der Vernissage am Domplatz: v. l. Vizerektorin Ulrike Tanzer, Teresa Stillebacher (Ausstellungsgestaltung), Historiker Stefan Ehrenpreis, StR Uschi Schwarzl, StR Elisabeth Mayr und Renate Ursprunger.

© IKM/FreinhoferBei der Vernissage am Domplatz: v. l. Vizerektorin Ulrike Tanzer, Teresa Stillebacher (Ausstellungsgestaltung), Historiker Stefan Ehrenpreis, StR Uschi Schwarzl, StR Elisabeth Mayr und Renate Ursprunger.



Spannende Aspekte von (historischen) Migrationsbewegungen in Erinnerung zu rufen und durch Vergleiche zum Nachdenken über die Gegenwart anzuregen: So lautet das Ziel der dreiteiligen Ausstellung „Fortgehen und Heimatfinden. Innsbrucker Migrationsgeschichten", einer Kooperation von Stadtarchiv/Stadtmuseum und der Leopold-Franzens-Universität. Sie ist bis 29. November am Domplatz zu sehen.

Migration werde leider „viel zu oft nur emotional diskutiert" und „auf Probleme reduziert" sowie die „Trennung von ?Wir' und ?Die' betont", so Vizerektorin Ulrike Tanzer. „Diese Ausstellung ermöglicht hingegen eine sachliche Auseinandersetzung mit dem Thema." Wie die wissenschaftliche Betrachtung zeige, „waren und sind Migrationsbewegungen von und nach Innsbruck die historische Norm und ein immer wiederkehrendes Phänomen." Konzipiert wurde die Schau von Renate Ursprunger und Joachim Bürgschwentner vom Stadtarchiv

Stadtmuseum. In drei Lehrveranstaltungen der Fachbereiche Neuzeit und Europäische Ethnologie sowie des Instituts für Zeitgeschichte wurde der Bogen von der frühen Neuzeit zur Gegenwart gespannt. In der Ausstellung präsentieren die Studierenden ihre Ergebnisse.

Teil eins der Schau, zu sehen bis 31. Mai, greift Aspekte der neuzeitlichen Migrationsbewegungen von und nach Innsbruck auf — vom Einsatz auswärtiger Handwerker und Künstler am landesfürstlichen Hof über den Zuzug von Juden insbesondere nach 1867 bis hin zur Auswanderung von Innsbruckern nach Amerika Ende des 19. Jahrhunderts.

Die zentrale Lage am Domplatz „macht die Ausstellung 24 Stunden am Tag für alle zugänglich und ermöglicht eine niederschwellige Beschäftigung", freut sich Kulturstadträtin Uschi Schwarzl. Für die Uni Innsbruck sei es zudem eine gute Möglichkeit, anlässlich ihres 350-Jahr-Jubiläums Forschungsergebnisse öffentlich vorzustellen. Um die Bevölkerung noch besser zu erreichen, werde die Ausstellung an andere Standorte in die Stadtteile weiterwandern, kündigt Integrationsstadträtin Elisabeth Mayr an. (TT)