Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Do, 28.03.2019


Bezirk Imst

Ausstellung: Richtung Gipfel wird es heller

Anstelle einer Laudatio entschied sich Hans Seifert für ein Interview mit Künstlerkollegin Alexandr­a Rangger.

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© Hairer



Von Lisa Hairer

Imst – Vergangenen Donnerstag fand in der AK Imst die Vernissage von Hans Seifert­s Ausstellung „Veränderungen“ statt. Anstelle einer Laudatio entschied sich der Künstler für ein Interview mit Künstlerkollegin Alexandr­a Rangger.

Gerade da, wo es sehr traditionell zugehe, sei Vorsicht geboten, mahnt Seifert. In den 1930er-Jahren habe man den Fokus auch sehr stark auf Tradition gelenkt. Alle seien aufmarschiert und beteuerten später, von all dem Unheil nichts gewusst zu haben. Die Bürger müssten lernen, hinter die Fassaden zu blicken. „Dieses ‚Wir haben nichts gewusst‘ möchte ich nicht noch einmal hören“, ruft Seifert zur kritischen Wachsamkeit auf. Weniger streng sieht der Maler sein Urteil über tiefgründige und dekorative Kunst. Letztere dürfe nicht einfach als oberflächlich abgetan oder als weniger wertvoll verworfen werden, da auch Dekorationskunst Menschen glücklich machen könne.

Zum Ausstellungs­thema meint Seifert, dass jeder Tag Veränderungen mit sich bring­e. Nur wenige Moment­e und Situationen hätten die Kraft, alles nach ihnen Kommende für immer zu verändern. „So verändern sich Themen und Malweise“, lässt Seifert tief blicken.

Sein „Sehnsuchts- und Lebensberg“, bekennt Seifert, sei der Ortler: „Unten ist alles dunkel, aber der Gipfel ist im Licht. Viele Leute sagen, mit dem Alter geht es abwärts. – Ich sage, es geht aufwärts und am Ende ist das Licht.“

Die Ausstellung ist noch bis zum 29. Mai in der AK Imst zu sehen.