Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Sa, 20.04.2019


Bezirk Imst

Einladung zur Zeitreise in die 1960er- und 70er-Jahre

Das Imster Museum im Ballhaus (MiB) zeigt „Zimmer mit Arbeit“, eine Ausstellung zur Arbeitsmigration vor gut 50 Jahren.

In der Textilindustrie in Imst waren die Gastarbeiter gefragt.

© Jenny&SchindlerIn der Textilindustrie in Imst waren die Gastarbeiter gefragt.



Von Thomas Parth

Imst – Anlässlich des 50-Jahr-Jubiläums des Anwerbe­abkommens von Österreich mit der Türkei initiierten die Tiroler Landesmuseen zusammen mit der Migrationsplattform ZeMiT (Zentrum für Migranten in Tirol) eine Sammel­aktion. „Wir haben 2014 an dieser Aktion teilgenommen und im Zuge eines Leader-Projektes konnten wir unsere Sammlung zu einer Ausstellung ausdehnen“, erklärt Sabine Schuchter. „Wir“ sind in diesem Falle das Museum im Ballhaus und das Integrationsbüro Imst in Kooperation mit den Tiroler Landesmuseen und ZeMiT.

„Sabine Moschen führt Interessierte durch die Stadt Imst, Geschichtsstudent Julian Ascher half bei der Erstellung der Ausstellung und Dokumentarfilmer Jakob Pfaundler hielt die Interviews, geführt von Kirsten Mayr und mir, filmisch fest“, berichtet die Leiterin des MiB, Sabine Schuchter.

Imst befand sich in den 1960er- und 1970er-Jahren im Aufschwung. Es mangelte an Fach- und Hilfsarbeitern. Diese wurden durch spezielle Anwerbestellen der Wirtschaftskammer vor Ort in den Herkunftsländern, je nach Kontingent, für ein „Zimmer mit Arbeit“ nach Österreich gebracht. „Wien diente meist als Ankunftsort, von wo aus die Arbeitskräfte im Land verteilt wurden“, weiß Schuchter. In Imst waren die Gastarbeiter besonders am Bau, in der Textilindustrie, aber auch im Gastgewerbe gefragt.

Sabine Schuchter lädt zur Zeitreise mit Dokumenten von damals.
Sabine Schuchter lädt zur Zeitreise mit Dokumenten von damals.
- Parth

Für Kirsten Mayr vom Integrationsbüro in Imst und Sabine Schuchter begann die Zeitreise durch persönliche Interviews mit Arbeitsmigranten der ersten und zweiten Generation. „Speziell bei den Kindern der ersten Generation, die hier in Österreich auf die Welt gekommen sind, war oft eine innere Zerrissenheit spürbar“, erinnert sich Schuchter.

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In der Ausstellung, die kommenden Freitag, 26. April, um 19.30 Uhr im Raiffeisensaal eröffnet wird, sind u. a. Videointerviews, Imst-Ansichten und Zeitdokumente sowie Fotografien aus den 1960er- und 70er-Jahren zu sehen.

Dokumente von damals.
Dokumente von damals.
- Parth