Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Mi, 24.04.2019


Bezirk Imst

Ausstellung “Divergenzen“ in Mieming: Frau sein, ohne zu dienen

Eva-Maria Huter will die Frau als eigenständiges Wesen und nicht als Ware des Mannes begriffen wissen.

© DornEva-Maria Huter will die Frau als eigenständiges Wesen und nicht als Ware des Mannes begriffen wissen.



Mieming – Unter dem Titel „Divergenzen“ stellt derzeit die neue Obfrau des Kunst-Werk-Raums, Eva-Maria Huter, im Mesnerhaus ihre Werke aus. Dass sich Huter nicht unbedingt einer Technik oder einem Stil verpflichtet fühlt, sondern ihrem Beruf als Lehrerin für bildnerische Erziehung und Werken entsprechend gerne mit den unterschiedlichsten Materialien und Verarbeitungsmöglichkeiten spielt, erfährt der Besucher in Untermieming. Denn es sind die Themen und nicht die Kunstform, denen sich Huter verschrieben hat, und genau diese sollen Input zur Auseinandersetzung geben.

„Wir müssen auch in Österreich wieder dafür kämpfen, dass Frauen emanzipierte Wesen und keine Waren der Männer sind“, erklärt die Künstlerin die Werke des ersten Raums, der sich explizit dem Thema Gewalt gegen Frauen widmet. Unter dem Übertitel „Leben, Lieben, Leiden“ stehen die vielfach aus Schwemmholz hergestellten „Wesen“ des zweiten Raums, in dem sich Huter kritisch mit der Religion auseinandersetzt und in dem ihre Schutzwesen der „Anderswelt“ Unterschlupf gefunden haben. „Ich bin gläubig, aber nicht religiös“, sieht Huter auch im Übersinnlichen Raum Divergenzen. Im dritten Raum setzt sich die Kulturvereinsobfrau nach der Frau und der Anderswelt mit der akuten Umweltverschmutzung auseinander: „Klimaschutz beginnt bei mir“, appelliert die Künstlerin daran, die Unstimmigkeit oder eben Divergenz nicht immer nur bei den anderen zu suchen, sondern bei sich selbst zu beginnen. Die Ausstellung im Mesnerhaus ist noch dieses und nächstes Wochenende, jeweils Samstag und Sonntag von 14 bis 18 Uhr, für Besucher geöffnet. (ado)