Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Di, 30.04.2019


Bezirk Reutte

Ehrwalder Heimatmuseum hängt in Raum-Zeit-Schleife

An Ideen und Konzepten mangelt es nicht. Aber für die angepeilte Öffnung des Museums braucht es noch eine Trägervereinbarung.

Das Ehrwalder Heimatmuseum soll im Parterre des renovierten „Spinnhofs“ am Kende-Areal mit einem modernen Konzept realisiert werden.

© PaschingerDas Ehrwalder Heimatmuseum soll im Parterre des renovierten „Spinnhofs“ am Kende-Areal mit einem modernen Konzept realisiert werden.



Von Alexander Paschinger

Ehrwald – Die Ideen sprühen nur so: Das neue Heimatmuseum soll als Erstes mit einer Ausstellung über den „Keltenschatz aus Ehrwald“ starten, dann immer wieder wechselnde Themen behandeln. Ein Raum wird sich den Persönlichkeiten aus und in Ehrwald widmen, ein weiterer dem Wohnen und Leben und schließlich noch einer dem Handwerk. Der Obmann des Ehrwalder Heimatmuseumsvereins, Peter Steger, legte am Samstagabend die Pläne dar.

Eigentlich hatte man gehofft, schon zu Ostern das Museum präsentieren zu können. Doch bis zur Öffnung der Tore im Parterre des neu gestalteten Kende-Areals wird es noch etwas dauern. Seit einem Jahr ging es nämlich zwischen Verein und Gemeinde hin und her – Höhepunkt der Diskussionen um die vom Verein erstellte Liste über Mängel und Restarbeiten in den Räumlichkeiten war die Rückgabe der Schlüssel im November.

Doch nach einer Winterpause im Disput gab es am 3. April wieder Gespräche: „Bei einem Treffen mit der Gemeinde haben wir alles ausdiskutiert“, so Steger. So steht die Erarbeitung einer Trägervereinbarung zwischen Verein, TVB und Gemeinde ganz oben. „Vermieter ist die WE, Mieter die Gemeinde und nicht wir als Dritte“, so Steger. Man kümmere sich gerne um das Inhaltliche, aber es müsse sichergestellt sein, dass ein langfristiger Betrieb möglich ist. Der Start des Museumsbetriebes könne erst mit Definition und Festlegung der jeweiligen Interessen geschehen. Und es brauche außerdem noch die Vorbereitung der Räumlichkeiten, Einrichtung, Übersiedelung und die Frage nach dem Personal. Einen neuen Eröffnungstermin will Steger nicht nennen.

Vergangene Woche wurden die Stichworte und Forderungen zum Thema Trägerverein an die Gemeinde übergeben. „Ich muss mir das erst anschauen“, sagt BM Martin Hohenegg und verweist auf die kommende Sitzung des Gemeindevorstandes.

Der Ehrwalder Museumsverein zählt übrigens mittlerweile 67 Mitglieder und verfügt über knapp 48.000 Euro. Im Rahmen der Grundinventarisierung wurden bereits 758 Exponate digital erfasst.

Vereinsobmann Peter Steger erklärte bei der Jahreshauptversammlung das Konzept. Die erste Ausstellung sollte den „Keltenschatz“ (es gab 125 Fundstücke in der Umgebung der Anna-Kapelle) behandeln.
Vereinsobmann Peter Steger erklärte bei der Jahreshauptversammlung das Konzept. Die erste Ausstellung sollte den „Keltenschatz“ (es gab 125 Fundstücke in der Umgebung der Anna-Kapelle) behandeln.
- Paschinger