Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Di, 21.05.2019


Imst

Ausstellung: Die Welt im ständigen Fluss

Am Samstag, den 25. Mai, präsentiert die Künstlerin Simone Thurner selbst ab 16 Uhr ihre Werke.

Wie die alten Meister hält Simone Thurner die unfixierbaren Motive ihrer Bilder gerne in Öl fest.

© DornWie die alten Meister hält Simone Thurner die unfixierbaren Motive ihrer Bilder gerne in Öl fest.



Mieming – Vom Subjektstandpunkt löst sich die gebürtige Innsbruckerin Simone Thurner in ihren Bildern. Sie bezieht den Betrachter mit ins Bild ein.

Was bei manch anderem Künstler vielleicht in Beliebigkeit ausufern würde, setzt Thurner bewusst und klar dergestalt um. Man kommt nicht daran vorbei, die Schönheit ihrer Werke zu bewundern. „Es gibt keine Feststellung des Gegenstands, sondern einen Austausch der Räume. Die Bilder sind nicht in Unschärfe, sondern in das Vollzughafte gesetzt und sprengen damit die Grenzen der grafischen Form“, beschreibt Architekt Markus Illmer in seiner Laudatio im KunstWerkRaum die Werke Thurners.

Ganz offensichtlich überwindet Thurner jene Subjektbehaftetheit, welche sich das Objekt untertänig macht und sich ständig anmaßt, über dieses Urteile zu fällen. Ihren Bildern wohnt eine gewisse Ehrfurcht inne.

Auch „Alfons, mich zeichnend“ spielt mit der Subjekt-Objekt-Beziehung.
Auch „Alfons, mich zeichnend“ spielt mit der Subjekt-Objekt-Beziehung.
- Dorn

Illmer überwindet auch jene Angst, die der Unterjochung vorangestellt ist, nämlich die Angst vor Veränderung und vor dem Unbekannten. „Dass alles einer permanenten Veränderung und Transformation unterworfen ist, liegt in unserer Natur. Damit beinhaltet sie auch etwas Ungewisses, nicht zu hundert Prozent Kontrollier- und Beherrschbares“, zeigt sich Thurner selbst versöhnt mit dem Fluss des Lebens.

Die Ausstellung kann noch bis zum 2. Juni jeweils samstags und sonntags von 14 bis 18 Uhr besichtigt werden. Am Samstag, den 25. Mai, präsentiert die Künstlerin selbst ab 16 Uhr ihre Werke. (ado)