Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Fr, 07.06.2019


Kunst

Quadriennale in Prag: Szenisches Ping-Pong „made in Austria“

Die Tirolerinnen Vero Schürr und Lisa Überbacher kuratieren Österreichs Auftritt bei der 14. Quadriennale in Prag.

Eine Tischtennisplatte mit Grenzbalken soll derzeit in Prag zum Ideenaustausch über österreichische Kunst einladen.

© überbacherEine Tischtennisplatte mit Grenzbalken soll derzeit in Prag zum Ideenaustausch über österreichische Kunst einladen.



Prag – Die Prager Quadriennale ist die weltweit wichtigste Plattform für Bühnenarchitektur und Szenografie. Seit ihrer Gründung 1967 erforscht sie theatrale Raumgestaltung als Feld des Zusammenwirkens verschiedener Disziplinen zwischen Architektur, Performance, Malerei und digitaler Kunst. Künstlerinnen und Künstler aus mehr als 80 Ländern präsentieren ihre Arbeiten bei der 14. Quadriennale, die gestern Abend in der tschechischen Hauptstadt eröffnet wurde. Rund 180.000 Besucher werden bis 16. Juni an den verschiedenen über ganz Prag verteilten Ausstellungs- und Bewegungsorten erwartet.

Der österreichische Auftritt bei der internationalen Szenografenschau ist dabei heuer fest in Tiroler Hand. Die Innsbrucker Designerin Vero Schürr und die Bühnen- und Kostümbildnerin Lisa Überbacher haben die heimischen Beiträge kuratiert. Überschrieben sind diese schlicht mit „made in Austria“. Wobei die zentrale Frage des Projektes sei, ob es das überhaupt gebe, orginiär österreichische Kunst, und wie sich das betont Österreichische zu Einflüssen von anderswo verhalte, erklärt Lisa Überbacher, die zuletzt mit ihrer „Zeitgeist Gruppe“ mehrere freie Produktionen in Innsbruck realisierte und auch schon am Landestheater arbeitete.

Verhandelt werden diese Themen an einer rot-weiß-roten Ping-Pong-Platte, deren Netz sinnigerweise durch Grenzbalken ersetzt wurde. Anlass zum grenzüberschreitenden Ideenaustausch liefern dabei um den Tisch gruppierte Arbeiten österreichischer und nicht-österreichischer Künstler sowie performative Zwischenspiele der Tiroler Schriftsteller Christine Frei und Martin Fritz.

Gefördert wurde Österreichs Präsenz bei der 14. Quadriennale unter anderem vom Land Tirol (3000 Euro) und von der Stadt Innsbruck (2500 Euro). Das Tiroler Landestheater unterstützte die Fertigung der Ausstellungsstücke. (jole)