Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Fr, 14.06.2019


Ausstellung in Wörgl

Jeder macht sein eigenes Ding

Im Wörgler Polylog: Michael Markwicks „Shifting Sky“.

© polylogIm Wörgler Polylog: Michael Markwicks „Shifting Sky“.



Was Robert Gfader, Michael Markwick und Robert Muntean verbindet, ist, dass sie alle in Berlin leben, Maler sind und immer wieder gemeinsam ausstellen. Um sich derzeit etwa den Wörgler Poly­log zu teilen, spielend durch eine dialogische Hängung mit teilweise irritierenden Nachbarschaften. Denn Freunde zu sein, bedeutet nicht, dass nicht jeder sein ganz eigenes Ding machen würde.

Im Gegensatz zu den gestisch wilden, in einem performativen Malprozess entstehenden Bildern des Außerferners Robert Gfader tauchen in denen des gebürtigen Steirers Robert Muntean immer wieder vage figurative Bezüge auf. Fotos sind oft die Basis dieser spannenden Bildfindungen, dominiert von Figuren, die sich in einem Prozess zwischen Werden und Vergehen zu befinden scheinen. Indem der Künstler das Konstruktive dekonstruiert, auflöst in einen Akkord von Farben. Ein fast musikalischer Zugang der Umsetzung des Realen in ein Medium, in dem komplett andere Gesetze herrschen. Durchdekliniert auf spannende Art und Weise, wobei der Künstler nicht speziell­e Menschen und Situationen meint, sondern Atmosphärisches im weitesten Sinn.

Michael Gfader geht es in seinen, in einem konzentrierten Prozess entstehenden Bildern dagegen um Malerei pur. Um das Verdichten zu abstrakten Farbräumen, die oft aus vielen Schichten raffiniert ineinander verschachtelter Formkürzel bestehen. Die sich durchdringen oder auch frei auf den Leinwänden surfen.

Die Bilder des Amerikaners Michael Markwick kommen im Vergleich dazu fast naiv daher. Gebaut aus oft klar konturierten Farbflecken, die bisweilen vage an Landschaftliches erinnern, ohne eine konkrete zu beschreiben. Im Gegensatz zu seinen zwei Kollegen malt er nicht mit Öl, sondern mit Acryl, um sich immer wieder auch der Technik der Collage zu bedienen, wodurch dem Zweidimensionalen die Ahnung einer dritten erwächst.

Galerie am Polylog. Speckbacher­straße 13—15, Wörgl; bis 29. Juni, Do, Fr 16.30—18.30 Uhr, Sa 10—13, 14—16 Uhr.