Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Sa, 15.06.2019


Bezirk Imst

Städtische Galerie Theodor von Hörmann: Ein Leuchtturm der Kunst

Die Städtische Galerie Theodor von Hörmann feierte ihren 45. Geburtstag.

Künstler der ersten Stunde waren Andreas Weissenbach, Erwin Reheis, Dora Czell und Elmar Kopp (v. l.).

© HauserKünstler der ersten Stunde waren Andreas Weissenbach, Erwin Reheis, Dora Czell und Elmar Kopp (v. l.).



Imst – Alle, oder genauer gesagt, fast alle waren sie da bei der Geburtstagsfeier der Städtischen Galerie Theodor von Hörmann Imst, die sozusagen schon bei der Taufe der nicht mehr wegzudenkenden Kultureinrichtung vor 45 Jahren dabei waren. Allen voran Andreas Weissenbach, Elmar Kopp, Dora Czell und Erwin Reheis, denen die Ehre oblag, als Erste die Räumlichkeiten der Galerie zu bespielen.

Dass sich die Galerie ursprünglich an einem anderen Ort befand, ließ Chronist Franz Treffner wissen: Die Gründung der Galerie ging auf den kunstsinnigen Imster Bürgermeister Adolf Walch (1910–1989) zurück. Am 17. Oktober 1974 wurde in der alten „Hörmann Galerie“, im ehemaligen barocken Gartenpavillon und späteren Schlachthaus der Landwirtschaftlichen Landeslehranstalt, zur Eröffnungsausstellung mit Arbeiten von Prof. Elmar Kopp, August Stimpfl (†), Andreas Weissenbach, Herbert Wachter (†), Manfred Wagner (†), Dora Czell und Erwin Reheis geladen. 1993 übersiedelte die Galerie auf energisches Betreiben der damaligen Kulturreferentin Maria Gamper (1920–2010) ins alte Rathaus am Stadtplatz.

Der damalige Stadtchef Adolf Walch eröffnete 1974 die Städtische Galerie Theodor von Hörmann.
Der damalige Stadtchef Adolf Walch eröffnete 1974 die Städtische Galerie Theodor von Hörmann.
- Hauser (Repro)

Im Rahmen eines von Helmut Walch geführten Künstlergesprächs blickten die vier anwesenden Imster Kunstschaffenden zurück. Mit Wehmut denkt Erwin Reheis an die alte Galerie, von den Einheimischen kurz „Schlacht’l“ genannt, zurück. Die wunderbare Architektur mit dem beeindruckenden Gewölbe hatte es ihm angetan. Weniger begeistert von der ehemaligen „Schlachthaus-Galerie“ zeigte sich Elmar Kopp, roch er doch immer das Blut. Einig waren sich aber alle vier Künstler, dass mit der Gründung der Hörmann-Galerie ein kultureller Aufschwung einherging, der Imst in Sachen Kunst ins internationale Rampenlicht rückte.

Dass man als Künstler in Imst immer zu leben hatte, bemerkten Kopp und Weissenbach, deren Wandgestaltungen Imst zieren. Wiewohl Kopps ursprüngliche Fassadengestaltung der Johanneskirche damals auf herbe Kritik stieß. Zeigte sie doch ein nacktes Jesulein – und das ging gar nicht. Über Nacht wurde das „Pimperl“ mit einer Badehose bedeckt.

Seit der Gründung der Hörmann-Galerie gab es an die zwanzig Gründungen von Galerien, die meisten davon sind inzwischen Geschichte. Die ursprünglich als Gegenpol zur mittlerweile auch nicht mehr existierenden Land­ecker Galerie Elefant gedachte Hörmann-Galerie gibt es nach wie vor. Mit bis dato 224 Ausstellungen ist sie sozusagen Leuchtturm in Sachen Kunst im Oberland. (hau)