Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Sa, 06.07.2019


Bezirk Imst

Dem Genie des Egger-Lienz im Ötztal auf der Spur

Albin Egger-Lienz war oft zum Arbeiten im Ötztal. Seine jüngste Tochter Ila vermachte Hans Jäger ihren Nachlass. Dieser führte zur aktuellen Ausstellung.

Kunsthistorikerin Nadja Parisi, Leiterin der Ötztaler Museen Edith Hessenberger, Schauspielerin Barbara Weber und Herwig van Staa, Vorsitzender des Kuratoriums der Landesgedächtnisstiftung (v. l.).

© PraxmarerKunsthistorikerin Nadja Parisi, Leiterin der Ötztaler Museen Edith Hessenberger, Schauspielerin Barbara Weber und Herwig van Staa, Vorsitzender des Kuratoriums der Landesgedächtnisstiftung (v. l.).



Von Anna Praxmarer

Oetz – Die dramatische Schwere seiner Bilder, das unverkennbare Spiel mit Formen und Albin Egger-Lienz’ Verbundenheit mit dem Ötztal sind besonders jetzt nach seinem 150-Jahr-Jubiläum zum Thema geworden.

Auch die Ötztaler Museen mischen im aktuellen Diskurs rund um den als „Bauernmaler“ instrumentalisierten Künstler mit. An den Egger-Lienz-­Themenweg entlang des Längenfelder Fischbachs ist nun im Oetzer Turm­museum ein Egger-Lienz-Raum inhaltlich geknüpft. Er widmet sich nicht nur dem Gesamtwerk des gebürtigen Osttirolers, sondern auch dem literarischen Schaffen seiner jüngsten Tochter Ila, die 2003 in Innsbruck verstarb.

„Als Freundin des Oetzers Hans Jäger vermachte sie ihm ihren Nachlass. Ein großer Teil davon befindet sich daher nun hier in unserem Depot“, erklärte Edith Hessenberger, Leiterin der Ötztaler Museen. Einfühlsam vermittelt wurde das Vater-Tochter-Verhältnis bei der Ausstellungseröffnung durch Schauspielerin Barbara Weber, bekannt durch ihre Filmrolle als Bäuerin in „Die Piefke-Saga“.

Mit ihrer Lesung von Ausschnitten aus Ilas Biographie „Mein Vater Albin Egger-Lien­z“ wurde beleuchtet, auf welche Weise der Künstler im Ötztal jene Genialität hervorbringen konnte, die in ihm schlummerte.