Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Mo, 05.08.2019


Bezirk Landeck

Ausstellung zu Maximilian in Landeck: Wenn ein Kaiser zu Besuch kommt

Eine Ausstellung beschäftigt sich mit den Besuchen von Kaiser Maximilian im Oberland und Außerfern.

Haberfellner, Brandauer, BM Jörg, Landesschützenkommandant Tiefenthaler, LR Tilg, der Südtiroler Landtagspräsident Noggler, Rudig (Museumsverein), Gstraunthaler und des Dorides (v. l.) schnitten das Band zur Ausstellung durch.

© ReichleHaberfellner, Brandauer, BM Jörg, Landesschützenkommandant Tiefenthaler, LR Tilg, der Südtiroler Landtagspräsident Noggler, Rudig (Museumsverein), Gstraunthaler und des Dorides (v. l.) schnitten das Band zur Ausstellung durch.



Von Matthias Reichle

Landeck – Was hat der bekannte Kaunertaler Wilderer Wiesejaggl mit Kaiser Maximilian I. zu tun? Was ließ sich der Landesfürst einfallen, um auch in Innsbruck und Augsburg frischen Fisch vom Plansee zu genießen, und was führte ihn immer wieder in die westlichen Regionen Tirols? Die Ausstellung „Auf den Spuren Maximilians I. im Tiroler Oberland von 1494 bis 1518“, die am Samstag unter großem Schützen-Aufgebot auf Schloss Landeck eröffnet wurde, geht Fragen wie diesen nach.

Konzipiert wurde sie vom Bildungsoffizier des Oberinntaler Schützenregiments, Gerhard Gstraunthaler, der sich intensiv mit den Reisen des Habsburgers beschäftigt hat. Dabei machte er immer wieder – entlang des Oberen Wegs, der mittelalterlichen Handelsstraße – im Oberland, Außerfern und Vinschgau Statio­n.

„Maximilian ist stolze acht Mal in Schloss Landeck vorbeigekommen“, betonte der Landecker Bürgermeister Wolfgang Jörg bei der Eröffnung. Aber auch in Schloss Naudersberg weilte er fünf Mal. Vom Schloss Berneck aus unternahm er einen Ausflug zum Gletscher. Und im Stift Stams empfing er Gesandte des türkischen Sultans.

Die Ausstellung sei einer von zwei Beiträgen der Tiroler Schützen zum Maximilianjahr, das anlässlich des 500. Todestages ausgerufen wurde, erklärte Landesschützenkommandant Fritz Tiefenthaler. Bewusst wurde die Schau grenzüberschreitend angelegt – sie thematisiert die Aufenthalte Maximilians von Füssen bis nach Glurns. Das gefiel dem Südtiroler Landtagspräsidenten Josef Noggler. Ein „Zeichen für die Europaregio­n“ sah auch Landesrat Bernhard Tilg. Lob von mehreren Seiten bekam Gstraunthaler, der „viel Herzblut“ in die Ausstellung gesteckt habe. Auf 35 Informationstafeln und mit wenigen Ausstellungsstücken hat er seine zweijährigen Recherchen zusammengetragen.

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Was den Wiesejaggl betrifft – „Maximilian war so fanatisch mit Jagen, dass er den Tiroler Bauernburschen verboten hat, auf die Jagd zu gehen“, erklärte Gstraunthaler. Das führte zur Legende des Kaunertaler Jaggl, der sich nicht einschränken ließ. Und weil Maximilian nicht nur das Wild liebte, sondern auch frische Forellen, soll der Kaiser auch Transportbehälter für Fische erfunden haben, mit denen er sie sich aus dem Außerfern lebend liefern ließ.

Zu sehen ist die Ausstellung bis 22. September täglich von 10 ist 17 Uhr.

Gerhard Gstraunthaler hat die Ausstellung konzipiert.
Gerhard Gstraunthaler hat die Ausstellung konzipiert.
- Reichle