Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom So, 11.08.2019


Kunst

Martin Eiter im Kunstraum Pettneu: Das Motiv als Impulsgeber

Eiters Kunst beschreibt das subjektive Befinden in der Begegnung mit der Natur.

© HauserEiters Kunst beschreibt das subjektive Befinden in der Begegnung mit der Natur.



Der aus St. Anton stammende und in Wien lebende Künstler Martin Eiter hat ein Faible für Postkarten. Auf all seinen Reisen ist der gelernte Fotograf und Absolvent der Hochschule für angewandte Kunst bei Prof. Oswald Oberhuber auf der Suche nach den schönsten Motiven im Kleinformat. Bemerkenswert ist dies insofern, als für den Fotografen Eiter ein Motiv für seine Arbeit bestenfalls ein assoziatives Moment darstellt und Eiter als Maler Motive aus seinen Werken gänzlich verbannt.

Im Kunstraum Pettneu hat Eiter Fotoarbeiten durchwegs in Schwarzweiß bzw. auf minimalste Farbwerte reduzierte Arbeiten Acrylbildern auf Leinwand gegenübergestellt. Den Fotoarbeiten, ob nun karge Wüstenlandschaft in Australien, Schneetreiben, Fichtenwald oder Gebirgszug in Tirol, scheint fürwahr die Qualität des Motivhaften gänzlich genommen.

Eiters Fotoarbeiten beschreiben eine Situation, die eine subjektive Befindlichkeit des Fotografen im Moment der Zwiesprache mit dem „Motiv" als Impulsgeber zum Ausdruck bringt. In seiner malerischen Zuwendung zur Natur ist ebenfalls die Reduktion das Maß aller Dinge. Flecken, Rinnsale, Tupfen, lichte Farbgebung von impressionistischer Qualität, da und dort Andeutungen von Gegenständlichkeit, alles ist in Auflösung und zugleich im Gesamtbild ein homogenes, klingendes Zusammenspiel von amorphen Formen und stimmig ergänzenden Farbwerten.

Mitunter, inmitten dieser subtil komponierten Farbkonstellationen, taucht schemenhaft eine Dohle auf, unter deren Flugbahn die verschwommene Landschaft die Qualität der Zeitlosigkeit symbolisiert. (hau)