Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Sa, 28.09.2019


Kunst

„Tag des Denkmals“ in Innsbruck: Wo Maximilian geflittert hat

Der „Tag des Denkmals“ steht im heurigen Jahr in Tirol ganz im Zeichen von Maximilian I. sowie des 350. Geburtstags der Universität Innsbruck.

Auf den Spuren von Kaiser Maximilian I. u. a. auch in der malerisch gelegenen Bergruine Thaur.

© Verein ChronosAuf den Spuren von Kaiser Maximilian I. u. a. auch in der malerisch gelegenen Bergruine Thaur.



Innsbruck – Der letzte Septembersonntag ist seit 1998 jener Tag, an dem das Bundesdenkmalamt österreichweit dazu einlädt, teilweise üblicherweise nicht öffentlich zugängliche Preziosen der heimischen Kulturlandschaft näher kennen zu lernen. Um etwa im Rahmen von Führungen in den Dachstuhl der Innsbrucker Hofkirche – die von Ferdinand II. für seinen Großvater Maximilian als Hülle für dessen Grabmal erbaut wurde – zu kraxeln, einer zimmermannstechnischen Meisterleistung aus der Zeit der Renaissance.

Ferdinand hat aber auch den heute von den Sportwissenschaften genutzten „Pulverturm“ als komfortables Lusthaus gebaut, von dessen ursprünglich prachtvoller Ausstattung noch Reste vorhanden sind. Jene der ehemals einzigartigen Heiltumssammlung, die der im Dienst Maximilians stehende Ritter Florian von Waldauf auf seinen unzähligen Reisen zusammengetragen hat, werden in der Waldaufkapelle der Haller Stadtpfarrkirche aufbewahrt und im Rahmen des „Tag des Denkmals“ ans Licht der Öffentlichkeit geholt. Die einzigartige Karriere Waldaufs zeichnet dagegen eine Ausstellung im Stadtmuseum Hall nach, in der u. a. der gotische Waldauf-Altar, die Waldauf-Monstranz und das Haller Heiltumsbuch zu sehen sind.

Das Haller Stadtmuseum ist in der Burg Hasegg eingerichtet, die ebenfalls sehr viel mit Maximilian zu tun hat. Im Rahmen von Führungen erfährt man etwa, dass er hier 1494 seine Hochzeitsnacht mit Bianca Maria Sforza verbracht und später eine private Kapelle eingerichtet hat. Rund um die Burg Fragenstein, die ebenfalls besucht werden kann, hat Maximilian dagegen gern gejagt.

Mit dem vor 500 Jahren verstorbenen Kaiser haben aber auch Schloss Runkelstein bei Bozen, dessen Fresken vom ritterlichen Leben erzählen, genauso wie die Bergruine Thaur, Burg Berneck in Kauns oder das von Maximilian gegründete Schwazer Franziskanerkloster und natürlich das Innsbrucker Zeughaus zu tun. Wie auch Schloss Tratzberg, das an diesem Tag die privaten Gemächer des Kaisers öffnet, steht selbst die Wanderung zur archäologischen Grabung am Zeller Berg in gewisser Weise in Zusammenhang mit dem „letzten Ritter“.

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Die „ewige gedachtnus“, die Maximilian so wichtig war, funktioniert ganz offensichtlich bis heute. Und so kommt der 350. Geburtstag der Uni Innsbruck etwas zu kurz, die im Rahmen von Führungen durch die Alte Universität auch die Ignatiuskapelle der Jesuiten sowie im universitären Hauptgebäude das Archäologische Museum öffnet. (schlo)

Tag des Denkmals: 270 Stationen österreichweit, davon 21 in Tirol

Tag des Denkmals. Als Österreichs Beitrag zu den European Heritage Days wird seit 1998 jeweils am letzten Sonntag des Septembers österreichweit der vom Bundesdenkmalamt organisierte „Tag des Denkmals“ begangen. Rund 270 denkmalgeschützte Objekte, davon 21 in Tirol, öffnen diesmal in sämtlichen Bundesländern bei meist freiem Eintritt ihre Tore für Führungen oder speziell für diesen Tag maßgeschneiderte Programme.

21 Stationen in Tirol. Auch der „Tag des Denkmals“ kann sich im heurigen Jahr zwei großen Jubiläen nicht entziehen: dem 500. Todesjahr von Kaiser Maximilian I. und dem 350. Geburtstag der Innsbrucker Universität. Andere Stationen geben interessante Einblicke in die Arbeit des Denkmalamts anhand laufender Restaurierungsprojekte bzw. archäologischer Grabungen.

Programm. Das detaillierte Programm zum morgigen „Tag des Denkmals“ ist unter tagdesdenkmals.at abrufbar.

Bereits seit 150 Jahren gibt es das Archäologische Universitätsmuseum, bestückt mit mehr als 1000 Abgüssen, Kopien und Originalen.
Bereits seit 150 Jahren gibt es das Archäologische Universitätsmuseum, bestückt mit mehr als 1000 Abgüssen, Kopien und Originalen.
- Veronika Sossau