Letztes Update am Do, 10.01.2013 08:55

TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Kunst

Zyklonwarnung in Stadtgalerie



Innsbruck – Anemona Crisans erster Auftritt als Künstlerin in Innsbruck – wo die vor 32 Jahren in Bukarest Geborene aufgewachsen ist – gleicht einem tropischen Zyklon. „Raum-Verleibung“ heißt die die gesamte Galerie im Andechshof durcheinanderwirbelnde Installation, die die Künstlerin in zehntägiger Knochenarbeit mit schwarzer bzw. roter Farbe direkt an die Wände geschrieben bzw. mit Bändern auf den Boden geklebt hat. Die Raumübergänge werden dabei per­spektivisch raffiniert kaschiert, fokussiert auf den großen Wirbel im Zentrum.

Was beim Betrachter ein Ge- fühl des Unbehagens suggeriert, die diffuse Angst aufkommen lässt, in diesen urgewaltigen Strudel hineingesogen zu werden. Es gehe in ihrer Arbeit immer um Körper, sagt die seit ihrem Studium an der Akademie der bildenden Künste in Wien lebende Künstlerin, die Einverleibung von realen Räumen durch virtuelle Körper. Dieser ist in der Andechs­galerie nur durch eine Nase, die zart hinter dem Wirbel auftaucht, bzw. eine Faust erahnbar, die sich fest um ein Bündel der den Raum sich einverleibenden Linien klammert. Ob die Figur sich gegen das Abtauchen wehrt oder Schwung nimmt, um aufzutauchen, bleibt ungewiss. (schlo)




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