Letztes Update am Di, 23.09.2014 06:48

TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Kunst

Bunte Glücklichmacher und poetische Schutzwälle



Innsbruck – Paula Renate Braun, eine der noch wenigen lebenden Weimarer Bau­hausschülerinnen. Dort wurde die inzwischen 97-Jährige zur Fotografin, in ihrer Ausstellung in der Galerie Nothburga präsentiert sie sich allerdings als Malerin. Inspiriert vom großen Gerhard Richter zu Bildern, die zwar nichts Konkretes abbilden, um trotzdem von Landschaftlichem oder Architektonischem inspiriert zu sein scheinen. Dominiert von kräftigen Farben, die in klar umschriebenen oder auch amorph ausfransenden Flächen ineinander verzahnt sind, raffiniert durchkreuzt von einem linear ordnenden Gerüst. „Ein Bild ist fertig, wenn es mich glücklich macht“, sagt Braun, die am liebsten zu Mozarts Musik auf der Terrasse ihres Hauses auf Lanzarote malt, wo die Künstlerin seit Jahren ihre Winter verbringt.

Neben ihren fröhlichen Bildern liegen auf Sockeln, hängen an den Wänden oder stehen am Boden Betonreliefs der Tirolerin Minu Ghedina. Der Mensch ist ihr Thema, sich zärtlich umfangende Liebende und Schlafende oder still in sich Versunkene. Der Realismus, mit dem die Köpfe und Hände modelliert sind, wird reizvoll durch das brüchig Fragmentarische ihrer Darstellung gebrochen. Worum es Ghedina geht, ist das Darstellen der Haut als Grenze, die genauso verletzt wie liebevoll berührt werden kann. „Ein Schutzwall, der nicht immer schützt“, so die Künstlerin, die sich gern zeichnend ihren Figuren annähert. (schlo)

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