Letztes Update am Fr, 28.11.2014 11:22

TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Tirol

Osttiroler Künstler Hermann Pedit ist tot

Die Kunstszene des Bezirks hat einen seiner größten und auch bescheidensten Kreativen verloren. Hermann Pedit war der wohl prominenteste Osttiroler Künstler der Nachkriegszeit.

© FunderHermann Pedit in seinem Atelier: Der Künstler war bis zuletzt kreativ.



Von Claudia Funder

Lienz – Der wohl prominenteste Osttiroler Künstler der Nachkriegszeit ist nicht mehr. Hermann Pedit starb am Mittwoch im Alter von 81 Jahren.

Der Lienzer hatte im Lauf seines Lebens einen beachtlichen Entwicklungsweg zurückgelegt. Nachdem er ein solides Handwerk erlernt hatte, studierte er an der Akademie der bildenden Künste in Wien. Jahrzehntelang leitete er in Osttirol als ausgebildeter Metallbildhauer eine Kunstschlosserei, gab die Malerei allerdings nie auf.

Durch intensive Suche und Experimente gelangte Pedit zu einem für ihn unverkennbaren Stil. Die meisten Werke entstanden durch kombinierte Techniken. Das ganz spezielle Kolorit der Exponate ist das Ergebnis des Überlagerns und Ineinanderdringens verschiedener Farbschichten.

Vor zwei Jahrzehnten entstand mit dem Gartenatelier des Künstlers ein sehr persönlicher Ort, der in der Folgezeit Teil seines Schaffens wurde. Pedit erhielt durch die räumliche Dimension die Möglichkeit, in großen Formaten zu malen, was seiner Persönlichkeit entsprach. Hier entstand eine Vielzahl an Kompositionen aus Farbe und Rhythmus. Und hier schuf Hermann Pedit ein vitales Spätwerk, darunter den Bildzyklus „Nacht der Seele“, der sich mit der Dramatik der Balkankrise auseinandersetzte und als Initial für eine neue Schaffensperiode verstanden werden konnte. Mit den Werken dieser produktivsten, reifsten Phase gelang eine enorme Außenwirkung.

Im August des Vorjahres wurde Hermann Pedit, der sich trotz seines Erfolges eine bemerkenswerte Bescheidenheit und Bodenständigkeit bewahrt hatte, der Ehrenring der Stadt Lienz verliehen. Der Künstler war bis zuletzt in seinem Atelier tätig.