Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Sa, 10.01.2015


Tirol

Plan für Fernpasstunnel wird morgen enthüllt

Im Nassereither Fasnachtshaus eröffnet morgen eine aufwändig gestaltete Fotoausstellung – mit Originalplan der „Fearebåhn“.

© DaumExklusiv für die TT packte Helmut Tiefenbrunner den Plan für die „Fearebåhn“ aus. Auch alte „Poppewåge“ sind zu sehen.



Von Huber Daum

Nassereith – Dauerbrenner Fernpasstunnel – vermeintlich eine junge Forderung der Wirtschaft. Im Nassereither Fasnachtshaus gibt’s ab morgen den Beweis, dass diese Idee bereits über 100 Jahre alt ist: Der Originalplan der „Fearebåhn“ vom Jahre 1906 wird erstmals der Öffentlichkeit präsentiert. Wäre das Vorhaben, Reutte mit Imst mit einer Eisenbahn inklusive Tunnel zu verbinden, damals realisiert worden, hätte Nassereith heute einen Bahnhof. Dieses Exponat ist allerdings nur eines von insgesamt 250 Bilddokumenten der Ausstellung „Vom Poppewåge bis zur Fearebåhn“, die sich mit Geschichten rund um die Straßen und Wege vom ehemaligen Nassereith beschäftigt.

Die Macher Helmut Tiefenbrunner und Hans Joachim Kirschner sammelten rund fünf Monate lang akribisch altes Bildmaterial. „Die Utensilien sind insgesamt 8,6 Kilogramm schwer“, erzählt der heimische Hobbyfotograph Tiefenbrunner, der vor rund 20 Jahren begonnen hatte, alte Ansichtskarten des Gurgltaldorfes zu sammeln. Im Laufe der Jahre sei dies zur Leidenschaft geworden. In Hans Joachim Kirschner, der derselben Passion frönt, fand er einen kongenialen Partner. Die erste gemeinsame Ausstellung 2010 über den Dramatiker Franz Kranewitter war von Erfolg gekrönt und motivierte die beiden, sich das jährlich „anzutun“.

„Vom Poppewåge bis zur Fearebåhn“ ist bereits die fünfte Coproduktion. „Die meisten alten Bilder erhielten wir von den Dorfbewohnern“, freut sich Tiefenbrunner über die Hilfe der Bürger. „Stark eingebracht hat sich der ehemalige TT-Fotograf Klaus Volgger.“ In 18 Thementafeln wurden die Geschichten um den Verkehr in Nassereith aufwändig aufbereitet, jedes einzelne Exponat hat eine Legende. Vom nicht motorisierten Verkehr über das erste Taxiunternehmen bis hin zu Tankstellen, skurrilen Sonderfahrzeugen oder den Bau der Umfahrungen – die meisten Fotografien sind bisher unveröffentlicht.

Vernissage ist morgen um 10 Uhr (bis 20 Uhr), weitere Besuchsmöglichkeiten sind Dienstag und Freitag jeweils von 17 bis 20 Uhr.