Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Mi, 24.08.2016


Buchpreis

„Ein ausgezeichneter Jahrgang“

Der Tiroler Hans Platzgumer steht mit „Am Rand“ auf der Longlist für den Deutschen Buchpreis.

Der in Innsbruck geborene Autor und Musiker Hans Platzgumer hat Chancen auf den mit 25.000 Euro dotierten Deutschen Buchpreis.

© Sandra BelletDer in Innsbruck geborene Autor und Musiker Hans Platzgumer hat Chancen auf den mit 25.000 Euro dotierten Deutschen Buchpreis.



Frankfurt a. M. – Den ersten Gipfel hat der Tiroler Schriftsteller Hans Platzgumer erobert: Mit seinem Anfang des Jahres erschienenen Roman „Am Rand“ (Paul Zsolnay Verlag) hat er es auf die Longlist des Deutschen Buchpreises geschafft. Neben Platzgumer dürfen drei weitere österreichische Autorinnen und Autoren auf die mit 25.000 Euro dotierte Auszeichnung hoffen: Reinhard Kaiser-Mühlecker wurde für seinen dieser Tage bei S. Fischer herausgekommenen Roman „Fremde Seelen, dunkler Wald“ nominiert, die Vorarlbergerin Eva Schmidt für „Ein langes Jahr“ (Jung und Jung) und Anna Weidenholzer – 2012 Stadtschreiberin in Kitzbühel – schaffte es mit dem Roman „Weshalb die Herren Seesterne tragen“ (Matthes & Seitz), der Ende des Monats erscheinen wird, auf die Auswahlliste. Starken Österreichbezug hat auch Burg-Schauspieler Joachim Meyerhoff, der mit „Ach, diese Lücke, diese entsetzliche Lücke“ (Rowohlt), dem dritten Teil seiner autobiografisch grundierten Romanreihe, ins Rennen um die öffentlichkeitswirksamste Auszeichnung des Literaturjahres geht. Der Salzburger Jung-und-Jung-Verlag heimste zudem mit Dagmar Leupolds „Die Witwen“ eine zweite Nominierung ein.

Insgesamt wird die 20 Werke umfassende Liste von prominenten Namen und etablierten Verlagshäusern bestimmt: Die Büchner-Preisträger Sibylle Lewitscharoff („Das Pfingstwunder“, Suhrkamp) und Arnold Stadler („Raschzeit“, S. Fischer) wurden ebenso ausgewählt wie Peter Stamm („Weit über Land“, S. Fischer), Bodo Kirchhoff („Widerfahrnis, Frankfurter Verlagsanstalt) und Katja Lange-Müller („Drehtür“, Kiepenheuer & Witsch).

Jurysprecher Christoph Schröder sprach im Hinblick auf die 178 für den Preis gesichteten Titel von einem „ausgezeichneten Jahrgang“, die getroffene Auswahl bilde „die große Bandbreite von Schreibweisen und Themen in der deutschsprachigen Gegenwartsliteratur“ ab.

Die aus sechs Werken bestehende Shortlist wird am 20. September veröffentlicht, der Preis selbst am 17. Oktober – dem Abend vor Beginn der Frankfurter Buchmesse – vergeben. (jole, dpa)