Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Mi, 05.07.2017


Osttirol

Das Glocknergebiet auf den Spuren von Franz Wallack erkunden

Notizen des Erbauers der Großglockner Hochalpenstraße sind Grundlage eines druckfrischen Wanderbuches. Autor ist der Lienzer Walter Mair.

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© Funder



Von Claudia Funder

Lienz – Franz Wallack, einst Planer und Erbauer der Großglockner Hochalpenstraße, unternahm während dieser Maßnahmen viele Touren im Glocknergebiet. Seine Aufzeichnungen sind auch 50 Jahre nach seinem Tod erhalten.

Der Vorstand der Großglockner Hochalpenstraße, Johannes Hörl, wünschte sich schon lange ein Buch über Wanderungen, die ihren Ausgangspunkt entlang dieser Route haben. „Er trat im Juni 2014 auf Vorschlag von Nationalparkdirektor Peter Rupitsch an mich heran und beauftragte mich mit der Aufgabe, auf Wallacks Spuren die schönsten Touren in den Anrainergemeinden Bruck und Fusch an der Glocknerstraße, Rauris und Heiligenblut am Großglockner bis hinauf auf die Passhöhe zu begehen und diese in Text und Bild festzuhalten“, erzählt der Lienzer Walter Mair. Den Bergspezialisten und langjährigen Obmann der Alpenvereinssektion Lienz für die Idee gewinnen zu können, war ein Glücksgriff. Mair ist seit über 50 Jahren als Autor tätig, stolze 22 Buchtitel stammten bereits aus seiner Feder. Auch in das neue Projekt floss wieder viel Herzblut. „Drei Sommer war ich am Weg“, berichtet der 77-Jährige, der dabei oft von seiner Frau Bärbl begleitet wurde. Der erfahrene Alpinist, der die Region wie seine Westentasche kennt, nahm viele Eindrücke mit, war gelegentlich zur Umkehr gezwungen, wenn etwa Steilhänge vereist waren, erlebte aber auch ein besonders heftiges Gewitter auf der Walcher Hochalm. Sehr bereichernd waren „die zahlreichen Begegnungen mit Einheimischen, die mir viel Historisches verraten haben“, so Mair. „Die Kontakte waren freundschaftlich und sind nachhaltig gelungen.“

Der Autor nahm aber auch so manche Veränderung in der Natur wahr. „Während der Zeit meiner Recherchen entwickelte sich die Eiszunge der Pasterze um 150 Meter zurück und verlor 15 Meter an Mächtigkeit“, lässt er aufhorchen.

65 Touren umfasst das druckfrische Buch, „von familienfreundlichen bis hin zu anspruchsvollen Hochtouren“, wie Mair betont. In ebenso viele Kapitel flossen auch 30 geschichtliche Episoden. Das Buch beinhaltet Karten, Gehzeiten, Höhenprofile und viele andere praktische Infos. GPS-Daten können per Download-Link abgerufen werden.

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Der Autor zückte auch immer wieder die Kamera, hielt viel Lohnenswertes in Bildern fest. Bestückt ist der neue Wanderführer mit 211 Fotos, bis auf fünf historische stammen allesamt von Walter Mair.

Zu haben ist das Buch „Großglockner Hochalpenstraße. Die schönsten Wanderungen und Bergtouren“ um 17,40 Euro in den Shops und Kassastellen der Hochalpenstraße sowie im Buchhandel.

Weitere Pläne als Autor hat Walter Mair derzeit noch keine. Vielmehr wird das Familienleben großgeschrieben. „Ich will meinen Enkelkindern Linda und Louis möglichst viel Zeit schenken“, verrät er.