Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Fr, 20.04.2018


Osttirol

Ein Antiheld mit dem Zeug zur Serienfigur

Der gebürtige Osttiroler Mathias Klammer rief für seinen neuen Kriminalroman einen bereits bekannten Protagonisten auf den Plan: den ehemaligen Dorfpolizisten Andi Hofer. Das Buch erscheint am 26. April.

© Arne Müseler.Foto: Fotohinweis



Von Claudia Funder

Leisach, Salzburg – All jene, denen der Kriminalroman „Der Hofer und der letzte Schnee“ kurzweilige Leselust verschafft hat, können sich freuen. Es gibt eine Fortsetzung. Diese setzt Band 1 aber nicht zwingend voraus.

Andi Hofer, Wirt und ehemaliger Dorfpolizist, tritt in „Die Tote aus Salzburg“ wieder mit seiner liebenswert-schrulligen Art in Erscheinung. Nicht minder markante Charaktere seines Umfeldes begleiten die spritzige Geschichte, die durch Spannung, Witz und viel Lokalkolorit geprägt ist.

Autor beider Werke ist der gebürtige Osttiroler Mathias Klammer. Gerade einmal 30 Jahre jung, heimste er Literaturstipendien und Auszeichnungen ein – und gibt nun bereits sein fünftes Buch heraus.

Schreiben faszinierte ihn früh. Schon in der Schulzeit verfasste Klammer, der heute Projektmanager einer Salzburger Werbefirma ist, Rezensionen. Sein Erstlingswerk, ein Thriller aus dem Jahr 2009, liegt übrigens unveröffentlicht in der Schublade. „Und dort wird es wohl auch bleiben“, verrät der Autor schmunzelnd im Gespräch mit der TT.

Längst fand Mathias Klammer einen ganz eigenständigen Stil, der die Leser packt: Wortgewandt und schnörkellos erzeugt er Tempo. „Ich habe versucht, es mir abzugewöhnen, in knappen Sätzen zu erzählen, mich dabei aber nicht wohl gefühlt“, betont der 30-Jährige. Gut so. Denn dieser Minimalismus geht nicht auf Kosten der Qualität. Ganz im Gegenteil. Mit staccatoartigen Satzfolgen treibt er die Story voran, schafft eine Sogwirkung. Sie galoppiert quasi von Szene zu Szene, nimmt den Leser mit und gefangen.

Um seine Romane zu Papier zu bringen, braucht Klammer allerdings Ruhe. Kaffeehaus-Literat ist er definitiv keiner. „Ich schreibe immer daheim, stets im Bett liegend“, erzählt er mit sympathischer Offenheit. Sein Bürojob sei fordernd, bei der Schaffung seiner Literatur mache er sich keinen Druck. Er muss nicht davon leben. Das tut seinen Romanen wiederum lesbar gut. Zwischendurch könne der Schreibprozess aber durchaus „zach“ sein, wie Klammer es formuliert. Zu Beginn hat er bloß ein Grobkonzept im Kopf, Details erdenkt er sich erst im Schreibverlauf.

Seinen Hauptprotagonisten Andi Hofer, den Mathias Klammer als eine Art „Antihelden“ bezeichnet, hat er für Teil 2 weiterentwickelt. In „Die Tote aus Salzburg“ geht dieser erneut gegen Mord und Chaos vor. Verstrickt wird er zufällig. Denn Hofer macht gerade Urlaub. Plötzlich ist da eine Tote in einer Strandkabine. Und dann ist es auch noch die Ex-Freundin eines alten Bekannten … Was es damit auf sich hat, ist ab 26. April zu erfahren. Da erscheint der Krimi.

Der Autor, der immer wieder gern in seine Heimat kommt, wird im Rahmen des Krimifestes Tirol am 16. Oktober im Vitalpinum Thal aus seinem Werk lesen. Auch ein Termin in Lienz ist angedacht.

Die Idee für eine Fortsetzung habe er bereits im Kopf, sagt Klammer und ergänzt: „Aber solange der aktuelle Band nicht erschienen ist, will ich nichts Neues beginnen.“