Letztes Update am Mo, 04.06.2018 13:55

TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Literatur

Bachmann-Preis 2018: Nur eine Österreicherin ist beim Wettlesen dabei

Raphaela Edelbauer tritt gegen neun Autoren aus Deutschland, zwei aus der Schweiz sowie eine Autorin aus der Türkei und eine aus der Ukraine an.

© APA/Victoria HerbigRaphaela Edelbauer wurde 1990 in Wien geboren und veröffentlichte 2017 ihr Debüt ,,Entdecker".



Klagenfurt/Wien — Die 1990 in Wien geborene Raphaela Edelbauer wird beim Wettlesen um den 42. Ingeborg-Bachmann-Preis in Klagenfurt die einzige Teilnehmerin aus Österreich sein. Im weiteren Starterfeld befinden sich neun Literaten aus Deutschland, zwei aus der Schweiz und je eine Autorin aus der Türkei bzw. aus der Ukraine. Mit je sieben Frauen und Männern herrscht Geschlechterparität.

Feridun Zaimoglu hält Eröffnungsrede

Am Montag wurden in Klagenfurt vor Journalisten Namen und Neuerungen für die Tage der deutschsprachigen Literatur präsentiert. Am 4. Juli wird der Bewerb mit der 19. Klagenfurter Rede zur Literatur eröffnet. Die Ansprache hält dieses Mal Feridun Zaimoglu — er gewann 2003 in Klagenfurt den Preis der Jury. Zaimoglu widmet sich dem ,,Wert der Worte" und wird dabei live via Facebook zu sehen sein. Der Bewerb wird wieder via 3sat live übertragen und über den Deutschlandfunk gesendet. Die Reihenfolge der Lesungen wird am Eröffnungsabend ausgelost. Bis Samstag, 7. Juli, finden dann die Lesungen statt, am Sonntag (8. Juli) folgt die Preisvergabe.

Fünf Preise

Vergeben werden der mit 25.000 Euro dotierte Bachmann-Preis der Stadt Klagenfurt und mittlerweile vier weitere Preise: Der Deutschlandfunk-Preis (12.500 Euro), der Kelag-Preis (10.000 Euro), der 3sat-Preis (7.500 Euro) und der BKS-Bank-Publikumspreis (7.000 Euro) mit dem Stadtschreiber-Stipendium (5.000 Euro).

,,Arrivierte Autoren wie auch unbeschriebene Blätter sind dabei"

Einzige österreichische Anwärterin auf den Bachmann- wie auch die weiteren zu erringenden Preise ist Raphaela Edelbauer. Die 1990 in Wien geborene Schriftstellerin studierte Sprachkunst an der Universität für Angewandte Kunst und Philosophie an der Universität Wien. Im Februar gewann sie den Rauriser Literaturpreis für ihr Prosadebüt ,,Entdecker. Eine Poetik.". In Wien lebt mit der aus der Ukraine stammenden Tanja Maljartschuk noch eine weitere Teilnehmerin, die am Bachmann-Wettlesen teilnimmt.

Die meisten Autoren kommen aber aus Deutschland. Der bekannteste unter ihnen dürfte der — wie viele andere Teilnehmer — in Berlin lebende Bov Bjerg sein. Weitere Schriftsteller aus Deutschland sind Stephan Groetzner, Joshua Groß, Ally Klein, Stephan Lohse, Lennardt Loß, Anselm Neft, Jakob Nolte und Corinna T. Sievers, außerdem die aus der Türkei stammende und in Leipzig wohnhafte Özlem Özgül Dündar. Aus der Schweiz nehmen Martina Clavadetscher und Anna Stern teil. Organisator Horst Ebner fasst zusammen: ,,Es sind arrivierte Autoren dabei, aber auch unbeschriebene Blätter, das macht Klagenfurt aus."

Neue Gesichter in der Jury

In der Jury unter Vorsitz von Hubert Winkels gibt es, wie schon bekannt, neue Gesichter: Nora Gomringer, Bachmann-Preisträgerin aus dem Jahr 2015, und Literaturkritikerin Insa Wilke ersetzen Sandra Kegel und Meike Feßmann und kommen zu Stefan Gmünder, Klaus Kastberger, Hildegard E. Keller und Michael Wiederstein hinzu.

Public-Viewing in Klagenfurt

Wie jedes Jahr wird versucht, den Bachmann-Bewerb in die Stadt Klagenfurt ,,hineinzutragen". Dazu gibt es ein Public-Viewing und weitere Veranstaltungen im Lendhafen, die ,,Kritik der Kritik" abends nach den Lesungen im ,,Magdas Lokal", weitere Ausstellungen und Lesungen. In der Innenstadt werden wieder Zitate-Transparente aufgehängt und Liegestühle aufgestellt. Letztere tragen dieses Jahr das Ingeborg-Bachmann-Zitat ,,Alles ist eine Frage der Sprache" aus ,,Das dreißigste Jahr".

Link: http://bachmannpreis.orf.at/