Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Do, 21.06.2018


Literatur

Mit Mut dem Leben die Stirn bieten

Die Imster Dichterin Angelika Polak-Polhammer stellte ihren Lyrikband „fiar­n wind gnuag platz darzwischen“ vor.

© HauserAngelika Polak-Pollhammer sorgte für ein volles Haus bei der Präsentation ihres neuen Lyrikbandes in der Imster Tyrolia.Foto: Hauser



Imst – Literarisch gedeutet ist jedem Menschen so etwas wie ein Lebenstext eingeschrieben. Diesen Text zu lesen, ist die Kunst des Lebens. Wenn man dann auch noch in der Lage ist, zwischen den Zeilen zu lesen und den Sinn in eigene Worte zu fassen wie die Imster Dichterin Angelika Polak-Polhammer, dann kann man seinen Mitmenschen auf unvergleichliche Art und Weise Lebenskraft spenden. Lebensfreude pur und jede Menge positive Energie vermittelte die Autorin in der Tyrolia Imst im Rahmen der Präsentatio­n ihres neuesten bei Kyren­e erschienenen Lyrikbandes „fiar­n wind gnuag platz darzwischen“.

Als Mutter von drei Söhnen, Mitarbeiterin in der Firma ihres Mannes, Obfrau der Plattform Oberländer Autorinnen und Autoren bräuchte die ehemalige Sonderpädagogin über mangelnde Auslastung wohl kaum zu klagen. Aber aus diesem erfüllten Leben heraus schöpft sie offensichtlich die Kraft, gesellschaftspolitische (Fehl-)Entwicklungen literarisch zu analysieren, dem scheinbar wenig beachteten Selbstverständlichen die entsprechende Bedeutung zukommen zu lassen.

Mit Selbstbewusstsein und aller Bestimmtheit bietet sie den Eventualitäten, dem Vagen des Lebens die Stirn. Da geht es um den Wert des Frauseins, den Wert der Familie, die Rolle der Frau in einer von Männern dominierten Gesellschaft. Da spricht sie vom Unwert einer auf einen Stempelabdruck reduzierten menschlichen Identität. Da geht es um Beziehungen und die immanente Gefahr, den Boden unter den Füßen zu verlieren. Aber es wäre nicht Polak-Polhammer, wenn die im Dialekt verfasste Lyrik nicht stetig von einem positiven Grundton getragen wäre. Musikalisch wunderbar umrahmt wurde die Lesung in der übervollen Tyrolia vom ältesten Sohn Lorenz und dessen Freunden Jakob Ruetz, Marius Haid und Simon Lerchbaumer. (hau)