Letztes Update am Fr, 18.01.2019 13:48

TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Literaturnobelpreis

Katarina Frostenson verlässt Schwedische Akademie

Der Skandal bei der Schwedischen Akademie, die den Literaturnobelpreis vergibt, dreht sich um Frostensons Ehemann, den Regisseur Jean-Claude Arnault, und um sie selbst. Der Franzose wurde im Dezember wegen Vergewaltigung verurteilt.

Katarina Frostenson erhält eine monatliche Entschädigung.

© Katarina Frostenson erhält eine monatliche Entschädigung.



Stockholm – Die umstrittene Lyrikerin Katarina Frostenson tritt nach monatelangem Streit aus der Schwedischen Akademie aus. Die Schriftstellerin habe beschlossen, die Akademie zu verlassen, teilte das Gremium am Freitag in Stockholm mit. Frostenson stand im Zentrum des Skandals um die Literaturnobelpreis-Akademie.

Mit ihr sei eine Übereinkunft erzielt worden, dass sie 12.875 schwedische Kronen (rund 1250 Euro) monatlich als Entschädigung erhalte. Außerdem bekomme sie Unterstützung dafür, damit sie weiter in der Wohnung leben könne, die sie von der Akademie gemietet habe. Man sei gemeinsam zu dem Schluss gekommen, dass ein gerichtliches Verfahren in dem Streit keinen Sinn ergebe. Die Akademie verwies auf die langjährigen Verdienste von Frostenson (65).

Der Skandal bei der Schwedischen Akademie, die den Literaturnobelpreis vergibt, dreht sich um Frostensons Ehemann, den Regisseur Jean-Claude Arnault, und um sie selbst. Arnault wurde Anfang Dezember von einem Berufungsgericht in Stockholm wegen Vergewaltigung zu zweieinhalb Jahren Gefängnis verurteilt. Darüber hinaus wirft die Akademie Frostenson vor, die Gewinner des Literaturnobelpreises an ihn vorab ausgeplaudert und damit gegen ihre Geheimhaltungspflicht verstoßen zu haben.

Frostenson hatte zuletzt finanzielle Forderungen an die Akademie für ihren Austritt gestellt. Der Streit hat zu mehreren Rücktritten und letztlich auch dazu geführt, dass im vergangenen Jahr kein Literaturnobelpreis vergeben wurde. (dpa)