Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Mi, 27.02.2019


Bezirk Landeck

Wortkunst vom Feinsten in der Landecker Stadtbibliothek

Mit viel Humor und fast auswendig gab Arn­o Carmenisch am Freitag diverse Passagen aus seinem aktuellen Roman „Der letzte Schnee“ zum Besten.

War zu Gast in der Landecker Stadtbibliothek: Arno Camenisch erzählt pointiert vom Verschwinden und vom Übrigbleiben.

© SchrottWar zu Gast in der Landecker Stadtbibliothek: Arno Camenisch erzählt pointiert vom Verschwinden und vom Übrigbleiben.



Landeck – Wenn Autor Arn­o Carmenisch eines kann, dann mit charmantem Bündner Dialekt sein Publikum auf das Feinste zu unterhalten. Das hat er vergangenen Freitag seinen Landecker Zuhörern in der Stadtbibliothek bewiesen.

Mit viel Humor und fast auswendig gab er diverse Passagen aus seinem aktuellen Roman „Der letzte Schnee“ zum Besten. Das Buch handelt von den zwei Schweizern Paul und Georg, die sich in ihrer Heimat auf humorvoll­e sowie philosophische Art über Alltagsthemen und weniger alltägliche Themen austauschen. Die Schweizer Wurzeln Carmenischs sind hierbei nicht zu überhören – so wird vom Töffli (Mofa), vom Käppi und von den Schki (Ski) gesprochen. Aber damit nicht genug. „Ich bin rätoromanisch aufgewachsen“, verriet der 41-Jährige, nachdem er einen seiner Texte in der außergewöhnlichen und selten gewordenen Sprache vorgetragen hatte.

Der Fokus des Romans liegt jedoch eindeutig auf dem Schnee, der laut Paul langsam „fast seltener als Kokai­n“ geworden ist. Aber auch wenn das Buch so heißt, dass es in der Geschichte wirklich der letzte Schnee gewesen sein soll, bleibt natürlich zu hoffen, dass es in der Realität nicht so ist. Sonst wären auch die zahlreichen Anekdoten rund ums Skifahren, die Carmenischs neuestes Werk so einzigartig machen, bald Schnee von gestern. (sni)