Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Mi, 10.04.2019


Literatur

Buch soll Glauben an Gott in Kindern erwecken

Monika Pfeifer legte mit ihrem Buch „Darf ich dir von Gott erzählen?“ einen holprigen Start hin. Nun orderte Bischof Glettler gleich 100 Stück.

Etwa ein halbes Jahr schrieb Pfeifer an dem Kinderbuch.

© FankhauserEtwa ein halbes Jahr schrieb Pfeifer an dem Kinderbuch.



Von Eva-Maria Fankhauser

Terfens, Vomperbach – Es war ein steiniger Weg. Doch nun lächelt Monika Pfeifer wieder. Schreiben mochte die gebürtige Feldkircherin schon immer sehr. Insgesamt 18 Bücher hat sie bisher verfasst. Eines davon liegt ihr besonders am Herzen. Das hat sie nämlich geschrieben, um Kinder zu begeistern.

„Darf ich dir von Gott erzählen?“, heißt ihr letztes Werk. Geschrieben hat sie es bereits vor sieben Jahren. Doch der Stoff lässt sie noch immer nicht los. „Ich habe es nicht aus finanziellen Beweggründen geschrieben, dass so etwas nicht bei der Masse ankommt, ist mir schon klar“, sagt Pfeifer im TT-Gespräch. Sie hat es geschrieben, weil sie viel Potenzial in den Kindern sieht und im Buch auch ganz persönliche Glaubensmomente auf kindgerechte Weise erzählt. „Viele Menschen haben mit dem Herrgott nichts mehr zu tun und über ihn zu reden ist teils tabu geworden“, sagt die 64-Jährige. Doch für sie spielt Gott eine wichtige Rolle. Eine, die sie auch jungen Menschen mit auf den Weg geben möchte. „Ich bin keine Theologin und nicht einmal sehr katholisch erzogen worden, aber mir liegt viel an diesem Buch. Es soll ein Begleiter für Kinder zwischen der Kommunion und der Firmung sein“, sagt Pfeifer.

Auf 336 Seiten sind nicht nur viele Gebete oder Geschichten zum Leben von Jesus, sondern auch persönliche Geschichten zu lesen. Neben farbenfrohen Illustrationen von Agnes Zug finden sich auch Privatfotos von Pfeifer, wie etwa die Taufe ihrer Tochter oder eine Reise nach Israel.

Als sie das Buch 2012 veröffentlichte, brachte Pfeifer Österreichs Bischöfen ihr Werk vorbei. „Ich habe das ohne Termin, ohne Zusage gemacht“, erzählt Pfeifer. Vier Bischöfe hat sie angetroffen. Von den anderen gab es später Post. Das Echo sei gut gewesen. Sogar im Vatikan hat sie ihr Buch abgeliefert.

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Aber es lief dann doch nicht ganz so rund wie erhofft. Ihr Ehrgeiz ließ ihr keine Ruhe. „Wer geht denn heute noch in die Kirche? Es gibt ein paar Ältere, die täglich ihren Rosenkranz beten. Dann meine Generation, die nur mehr teils in die Kirche geht und die Jüngeren dann gar nicht mehr“, sagt Pfeifer. Ihr sei bewusst, dass es teils schwierig geworden ist, den Glaubensweg zu gehen. „Wir leben in einer Gesellschaft, wo man alles hat und die Leute meinen, dass sie Gott nicht mehr brauchen“, sagt sie.

Einige Zeit wurde es ruhig um ihr Buch. Bis ihr im Vorjahr die Idee zur Buchpräsentation kam. Ein Pfarrer riet ihr ab. „Er hat mein Buch auseinandergenommen und es nur kritisiert“, sagt Pfeifer. Der Pfarrer meinte, dass er die Präsentation boykottieren wolle. Pfeifer ließ sich nicht beirren, aber nur wenige kamen. „Es hat mich sehr verletzt, dass ein Pfarrer so viel Macht hat und diese für so etwas missbraucht“, sagt sie.

Erneut wandte sie sich an die Bischöfe. Sie schrieb ihnen, dass sie noch 1500 Exemplare übrighabe und möchte, dass diese an Menschen gehen, die das Werk wertschätzen und eine Freude damit haben. Von den knapp 30 Euro pro Buch, werde sie drei Euro an den Hilfsfonds des Terfener Bürgermeisters Hubert Hußl spenden. „Es haben zwar alle geantwortet, teils aber nur mit belanglosen Tröstungen. Nur einer hat großartig reagiert“, sagt Pfeifer. Und das war Bischof Hermann Glettler. Er orderte direkt 100 Stück ihres Kinderbuches für die Diözese in Innsbruck.

Infos zum Buch unter pfeifer-monika@gmx.at

Mit ihrem eigenen Kinderbuch verwirklichte sich Monika Pfeifer einen Herzenswunsch. Eine ihrer Lieblingsseiten ist jene mit der Zeichnung vom Hahn.
Mit ihrem eigenen Kinderbuch verwirklichte sich Monika Pfeifer einen Herzenswunsch. Eine ihrer Lieblingsseiten ist jene mit der Zeichnung vom Hahn.
- Fankhauser