Letztes Update am Di, 10.09.2019 10:22

TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Tirol

Literaturstipendien des Landes an Carolina Schutti und Markus Köhle

Carolina Schutti überzeugte in der Sparte Prosa mit ihrem Romanentwurf „Schildläuse, Wölfe, Katzenmann“, Markus Köhle erhält das mit 15.000 Euro dotierte Stipendium für sein Bühnenwerk „Männer der Tat“.

Landesrätin Beate Palfrader (Mitte) gratuliert den PreisträgerInnen Carolina Schutti und Markus Köhle.

© Land Tirol/HuldschinerLandesrätin Beate Palfrader (Mitte) gratuliert den PreisträgerInnen Carolina Schutti und Markus Köhle.



Innsbruck – Alle zwei Jahre werden die mit je 15.000 Euro dotierten Großen Literaturstipendien des Landes Tirol verliehen. Am Montagabend überreichte Kulturlandesrätin Beate Palfrader die Stipendien für die Jahre 2019 und 2020.

In der Sparte Prosa geht das Stipendium an die Autorin Carolina Schutti, die mit ihrem Romanentwurf „Schildläuse, Wölfe, Katzenmann“ überzeugte. Markus Köhle erhält das Stipendium in der Sparte Drama für die Umsetzung seines Werks „Männer der Tat“.

Aktuelles Spannungsfeld, Sprachwitz und neue Bühnenstimme

„Die eingereichten Arbeiten spiegeln die große Vielfalt und die Qualität der Tiroler Autorinnen und Autoren wider“, so die Jurybegründung. „Die Arbeitsprobe von Carolina Schutti lässt einen Roman erwarten, der in einem aktuellen Spannungsfeld angesiedelt ist und dessen Umsetzung mit dem Großen Tiroler Literaturstipendium vorangetrieben werden soll.“

Die Jury entschied sich auch für ein Drama von Markus Köhle, das vor allem mit dem Mut zur Aktualität und dem geistreichen Sprachwitz, die dem Autor und Poetry Slammer eigen sind, überzeugte. „Wir unterstützen damit gerne eine neue Bühnenstimme“, so Landesrätin Palfrader.

Carolina Schutti

Carolina Schutti wurde 1976 in Innsbruck geboren. Nach ihrem Studium der Germanistik und Anglistik/Amerikanistik sowie der Konzertgitarre und des Gesangs unterrichtete sie einige Jahre und war Lektorin an der Universität Florenz, ehe sie 2010 ihr zum Rauriser Literaturpreis nominierten Debutroman „Wer getragen wird, braucht keine Schuhe“ publizierte. Der zweite Roman „Einmal muss ich über weiches Gras gelaufen sein“ (2012) wurde mit dem European Union Prize for Literature ausgezeichnet, 2015 erschien die Novelle „Eulen fliegen lautlos“ (Alois Vogel Literaturpreis). Im Februar 2018 erschien ihr erster Lyrikband „Nervenfieber“. Ihre Bücher wurden mit zahlreichen Preisen und Stipendien ausgezeichnet sowie in mehr als zehn Sprachen übersetzt.

Markus Köhle

Der mehrfach ausgezeichnete Markus Köhle wurde 1975 geboren und stammt aus Nassereith. Er studierte in Innsbruck und Rom Germanistik und Romanistik. Seit 2001 widmet sich Köhle neben seiner eigenen schriftstellerischen Tätigkeit der Literatur in all ihren Facetten – von der Kritik über die Wissenschaft bis hin zu Veranstaltungen. Poetry Slams sind dabei sein Hauptmetier, wobei er auch zahlreiche Publikationen veröffentlicht hat. Dazu zählen die Romane „Hanno brennt“ und „Dorfdefektmutanten“ oder das „Jammern auf hohem Niveau. Ein Barhocker-Oratorium“. Neben dem Staatsstipendium für Literatur 2008/2009 erhielt Köhle den Förderpreis für Literatur der Stadt Innsbruck 2009 sowie vor zwei Jahren das Mira-Lobe-Stipendium. Im Vorjahr wurde Markus Köhle mit dem Otto-Grünmandl-Preis ausgezeichnet. (TT.com)