Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Mi, 16.10.2019


Literatur

Krimipreis für Alex Beer: Bedrohliche Parallelen zum Jetzt

Die Vorarlbergerin Alex Beer erhält den dritten Österreichischen Krimipreis.

Alex Beer, Jahrgang 1977, wurde mit historischen Krimis bekannt. Ihr neuer Roman „Unter Wölfen“ erscheint Anfang November.

© Ian EhmAlex Beer, Jahrgang 1977, wurde mit historischen Krimis bekannt. Ihr neuer Roman „Unter Wölfen“ erscheint Anfang November.



Innsbruck – „Preisgekrönt und hochgelobt“ steht auf dem Cover von Alex Beers neuem Kriminalroman „Unter Wölfen“. „Unter Wölfen“ erscheint Anfang November. Und hat der Autorin bereits einen weiteren Preis eingebracht. Im Rahmen des Krimifests Tirol wird Beer mit dem dritten Österreichischen Krimipreis ausgezeichnet. Gekürt wurde die 42-jährige Vorarlbergerin von einer Jury aus Buchhändlern, Kritikern und Literaturbloggern. Verliehen wird die mit 4000 Euro dotierte Auszeichnung am 25. Oktober in den Kristallwelten Wattens. Die Laudatio wird Vorjahresgewinnerin Ursula Poznanski halten.

Da es sich gerade bei Spannungsliteratur nicht gehört, schon vor Erscheinen allzu viel Inhaltliches vorwegzunehmen, über „Unter Wölfen“ nur so viel: Der Roman spielt 1942 in Nürnberg. Im Zentrum steht der jüdische Antiquar Isaak Rubinstein, der im Mordfall einer namhaften Schauspielerin ermittelt. Der Clou: Er tut dies im Auftrag einer Widerstandszelle unter falscher Identität – als vermeintlicher Gestapo-Sonderermittler – und im Wissen, dass er jederzeit enttarnt werden könnte.

Mit historischen Krimis machte sich Beer, die eigentlich Daniela Larcher heißt, in den vergangenen Jahren einen Namen: Dreimal ließ sie August Emmerich im Wien nach dem Ersten Weltkrieg ermitteln. Für „Der zweite Reiter“ wurde sie 2017 mit dem Wiener Leo-Perutz-Preis ausgezeichnet.

„Unter Wölfen“ ist Beers erster Roman, der in der NS-Zeit spielt. Auch, weil sie dort auf bedrohliche Parallelen zur Gegenwart gestoßen ist, wie sie sagt. „Wir befinden uns in einer Zeit, in der antisemitische und rassistische Äußerungen öffentlich getätigt werden können und ungeahndet bleiben. Aussagen, die vor zehn Jahren noch undenkbar gewesen wären, sind mittlerweile salonfähig. Wir befinden uns mittendrin in einer Gesellschaft der kleinen Dosen. Kleinen Dosen, die zu jenem Hintergrund geführt haben, vor dem ,Unter Wölfen‘ spielt“, so Beer. (jole)

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Kriminalroman Alex Beer: Unter Wölfen. Limes, 368 Seiten, 16,50 Euro. Beim 3. Krimifest Tirol stehen von 19. bis 25. Oktober 43 Lesungen und Diskussionsveranstaltungen mit internationalen Autorinnen und Autoren in ganz Tirol auf dem Programm. Eröffnet wird das Festival am kommenden Samstag, 20 Uhr, im Innsbrucker Treibhaus. www.krimifest.at