Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Sa, 19.10.2019


Bezirk Schwaz

Berührende Worte vom Schwazer Stadtschreiber Werner Rohner

Werner Rohner ist derzeit Stadtschreiber in Schwaz.

© FankhauserWerner Rohner ist derzeit Stadtschreiber in Schwaz.



Eher zurückhaltend, aber mit einem aufmerksamen Blick sitzt er im Mathoi-Haus in Schwaz. Neugierig beobachtet er sein Umfeld. Neugierig hört er zu. Lässt alles auf sich wirken. Wenn er von sich spricht, dann in einem ruhigen Ton. Unaufgeregt. Er sitzt ganz entspannt da. Dazu hat er auch guten Grund. Denn Werner Rohner hat sich gegen zahlreiche Mitbewerber für den zweimonatigen Aufenthalt als Stadtschreiber in Schwaz durchgesetzt.

„Es ist eine tolle Geschichte." Damit meint BM Hans Lintner nicht nur den eingereichten Text von Rohner fürs Stipendium in Schwaz, sondern auch, wie das Literaturforum seit 26 Jahren mit ehrenamtlicher Leistung ein solches Projekt umsetzt.

Rohner reichte einen Prosatextauszug aus „Edith" ein. Darin geht es um die verzweifelten Wiederbelebungsversuche eines Bademeisters an einer Ertrunkenen. Und genau daraus soll sein nächstes Buch entstehen. „Ich bin schon sehr weit und habe eine Fassung, die ich nun überarbeite", verrät der Züricher Autor. Längere Schreibaufenthalte konnte er schon in Rom, Langenthal oder Los Angeles genießen.

Von den Schwazern hat er bisher einen guten Eindruck. „Bisher sind die Menschen hier sehr offen auf mich zugegangen, waren hilfsbereit und nett", sagt Rohner und fügt hinzu: „Mir ist aber auch aufgefallen, dass hier ein klares Rollenbild herrscht." Positiv ist für Rohner im Unterschied zu anderen Schreibaufenthalten, dass er in Schwaz eine „gute Mischung" vorfinde. Einerseits könne er sich in die Wohnung im Franziskanerkloster zurückziehen, andererseits ist er sofort mitten im Leben, wenn er vor die Tür geht. „Man trifft schnell Leute und hört spannende Geschichten", sagt er. Beeindruckt ist er auch von der Landschaft.

Willi Gösweiner vom Literaturforum ist sehr angetan vom Text „Edith". „Es ist so berührend, wie er die Situation schildert. Es ist so einfach und so gut geschnitten", schwärmt Gösweiner. Aber auch ein zweiter Text hat die Jury begeistert. Nämlich jener von Myriam Khouri aus Wien. Sie kommt Anfang nächsten Jahres als Stadtschreiberin nach Schwaz. (emf)


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