Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Do, 14.11.2019


TT-Interview

Neuer Brezina-Roman: Auf der Suche nach dem großen Liebesglück

Was tun, wenn der richtige Mann auf sich warten lässt? Erfolgsautor Thomas Brezina beantwortet diese Frage in seinem ersten Liebesroman.

Thomas Brezina liebt die Einsamkeit des Schreibens, genießt aber auch die Gespräche mit Lesern bei Buchpräsentationen.

© Tom Storyteller GmbHThomas Brezina liebt die Einsamkeit des Schreibens, genießt aber auch die Gespräche mit Lesern bei Buchpräsentationen.



Innsbruck — Der beliebte Jugendbuchautor Thomas Brezin­a hat in seinem Leben schon mehr als 550 Bücher veröffentlicht. Liebesroman gab es allerdings bisher noch keinen aus seiner Feder. Seit dieser Woche ist das anders, denn soeben ist „Liebesbrief an Unbekannt" erschienen. Die TT hat mit dem Bestsellerautor über Liebeskummer und die Suche nach dem richtigen Partner gesprochen.

Soeben ist Ihr erster Liebesroman erschienen. Warum wagen Sie sich erst jetzt an dieses Thema heran?

Buchtipp: Thomas Brezinas „Liebesbrief an Unbekannt“, Edition a, 20 Euro.
Buchtipp: Thomas Brezinas „Liebesbrief an Unbekannt“, Edition a, 20 Euro.
- edition a

Thomas Brezina: Alles hat im Leben seine Zeit. Einen Liebesroman zu schreiben, ist mir sehr am Herzen gelegen. Ich wollte aber vor allem ein Buch darüber schreiben, dass man die Hoffnung nie aufgeben soll. Und ich wollte mich damit beschäftigen, dass es im Leben nicht nur darum gehen sollte, den perfekten Partner zu finden, sondern vor allem sich selbst.

Emma, die Hauptfigur in Ihrem Roman, ist gerade ins englische Seebad Brighton gezogen und hat die Frühstückspension ihrer Tante übernommen. Warum ist diese junge Frau so niedergeschlagen?

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Brezina: Emma ist Ende 20 und in ihrem Leben ist bisher alles schiefgelaufen. Ihre Ehe ist zerbrochen und sie ist beruflich gescheitert. Sie fühlt sich in der neuen Umgebung alleingelassen und wird von großen Selbstzweifeln geplagt. Emma durchlebt eine graue Zeit, aus der sie wieder herausfinden möchte.

Also schreibt sie nachts Brief­e an ihren fiktiven Traummann.

Brezina: Ja, auf Anraten einer Freundin beginnt sie, Liebesbriefe an ihren Wunschpartner zu schreiben. Diese Brief­e schließt sie dann in ihrem Schreibtisch ein.

Aber ein Brief, der nicht an einen Empfänger verschickt wird, ist doch nutzlos, finden Sie nicht?

Brezina: Es geht gar nicht darum, diese Briefe abzuschicken. Emma fühlt sich beim Schreiben nicht mehr so allein. Es ist für sie wie ein Gespräch mit einem vertrauten Menschen. Es spielt keine Rolle, dass der Empfänger gar nicht existiert. Emma kann beim Schreiben dieser Briefe ihren Gefühlen auf den Grund gehen und schließlich herausfinden, was sie sich vom Leben und von einer Beziehung erwartet. Ich glaube, man kann dadurch eine Energie entwickeln, die möglicherweise dazu führt, dass man einen Menschen trifft, in den man sich verliebt.

Lesung in Kufstein

Lesung mit Buchautor Thomas Brezina: „Liebesbrief an Unbekannt"

Heute, Donnerstag, Beginn: 19.30 Uhr im Buchcafé Lippott, Unterer Stadtplatz 25, Kufstein

Ist dieser Liebesroman auch eine Art Lebensratgeber?

Brezina: Natürlich habe ich auch persönliche Erfahrungen in diese Geschichte verpackt, weil ich mir vorstellen kann, dass sie auch für andere Menschen hilfreich sein könnten. Mir geht es aber nicht darum, Ratschläge zu erteilen, sondern ich möchte zu einem schönen Leseerlebnis beitragen. Ich bin jedoch davon überzeugt, dass die Suche nach dem richtigen Partner auch immer eine Suche nach sich selbst ist. Je besser man sich selbst kennt, desto größer ist auch die Chance, großes Liebesglück zu finden.

Haben Sie sich im Vorfeld ausführlich mit Liebeskummer beschäftigt?

Brezina: Ich habe mit vielen Menschen gesprochen und einiges erfahren, weil es mir wichtig ist, genau zuzuhören.

Warum spielt Ihr Roman im englischen Brighton?

Brezina: Ich lebe immer einen Teil des Jahres in London. Von dort ist es in das alte Seebad Brighton nicht weit. Mir gefällt, dass dort auch so viele junge Menschen leben, die einen sehr individuellen Lebensstil pflegen. Durch die Nähe zum Meer liegt immer ein angenehmes Urlaubsgefühl in der Luft. Diese Atmosphäre, die ich selbst so mag, wollte ich in diesem Roman einfangen.

Das Gespräch führte Gerlinde Tamerl


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