Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Mi, 22.11.2017


Medien

Vielfältige Zukunft der Sprach-Maschinen

Beim Medientag 2017 sprachen Experten über Vertrauen, Vorteile und Kritik an maschineller Kommunikation.

© Foto Rudy De Moor / Tiroler TageTimo Kaerlein, David Pichsenmeister, MOHO-CEO Hermann Petz, Moderator Georg Laich (ORF), Netaya Lotze, Oliver Bendel und APA-CEO Clemens Pig diskutierten über die Zukunft der Bots. Fotos: Rudy De Moor



Innsbruck – Bots sind überall, in unterschiedlichen Formen und mit verschiedenen Funktionen. Das ist nur eine der Erkenntnisse des gestrigen Medientags. „Talk with the Bots. Die Maschine versteht dich“ lautete der Titel der Veranstaltung von Universität Innsbruck in Kooperation mit der Tiroler Tageszeitung.

Die Diskussion über maschinelle Kommunikation – „ein Thema am Puls der Zeit“, wie Moser-Holding-CEO Hermann Petz eröffnete – lockte viele Menschen, vorwiegend Studenten und Wissenschafter, in die Aula der Innsbrucker Universität. „Bots werden uns noch nachhaltig beschäftigen“, sagte Petz. „Für Journalisten sind sie bei großen Ereignissen, wie etwa Wahlen, eine große Herausforderung. Zudem verändern sie auch den Bereich der Online-Werbung und damit auch Geschäftsmodelle“, erklärte er.

Auch APA-CEO Clemens Pig verfolgt den zunehmenden Einzug von Bots: „Wie bei menschlicher Kommunikation sollte auch bei Bots die Quelle der Information sichtbar sein“, sagte er. Das schaffe Vertrauen und sei bei zunehmender Automatisierung in der Kommunikation wichtig.

Timo Kaerlein von der Universität Paderborn sprach über die Geschichte und das breite Spektrum der Bots. „Nicht alle Bots sind schlecht und desinformierend. Die Frage ist, was mache ich mit den Informationen. Es gibt eine Tendenz, darüber zu berichten, was im Internet gerade große Bekanntheit hat.“ Das spiele den teils Tausenden Bots, die bewusst eingesetzt werden, in die Karten.“

Über die sprachliche Entwicklung von Bots berichtete Netaya Lotze, Germanistin von der Universität Münster. Vor allem die Erkennbarkeit von Bots war eine zentrale Frage. „Auch die Kommunikation zwischen Mensch und Mensch ist in sozialen Medien sprunghafter, deswegen ist es schwer, Bots und Menschen zu unterscheiden“, sagte Lotze. Dass die Maschinen nicht gleich morgen alles übernehmen, betonte David Pichsenmeister vom Unternehmen orat.io: „Wir sind noch eine Zeitlang davon entfernt, dass Menschen aus der alltäglichen Arbeit wegautomatisiert werden. Aber es geht schon in diese Richtung.“ Spannend bleibt es. (phi)