Letztes Update am Mo, 11.02.2019 16:11

TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Medien

ORF-Korrespondent Wehrschütz auf schwarzer Liste

Dem Journalisten werden eine „bewusste Verletzung der ukrainischen Staatsgrenze“, „Beteiligung an Rechtfertigungsversuchen der (russischen, Anm.) Annexion der Krim“ sowie „antiukrainische Propaganda“ vorgeworfen.

ORF-Korrespondent Christian Wehrschütz auf einem Archivbild.

© APA/PfarrhoferORF-Korrespondent Christian Wehrschütz auf einem Archivbild.



Kiew - Seit Freitag steht nun auch der ORF-Korrespondent in der Ukraine, Christian Wehrschütz, auf der schwarzen Liste der ukrainischen Internetseite "Mirotworez". Die Webseite der Nichtregierungsorganisation Zentr Mirotworez (Zentrum Friedensstiftung) soll Verbindung zum ukrainischen Innenministerium haben. Die Internetseite wirft dem österreichischen Journalisten eine "bewusste Verletzung der ukrainischen Staatsgrenze", "Beteiligung an Rechtfertigungsversuchen der (russischen, Anm.) Annexion der Krim" sowie "antiukrainische Propaganda" vor. Die Seite forderte gleichzeitig die Strafverfolgungsbehörden der Ukraine auf, ihren Eintrag zu Wehrschütz als Strafanzeige zu behandeln.

Die Aufnahme in die Liste erfolgte, nachdem der ukrainische Botschafter in Wien, Olexander Scherba, am Donnerstag den Grund für die Verweigerung einer Akkreditierung für den ORF-Korrespondenten Wehrschütz im Frontgebiet bekannt gab. Wehrschütz habe im Vorjahr für ORF-Dreharbeiten die Krim-Brücke zwischen der von Russland annektierten ukrainischen Schwarzmeerhalbinsel Krim auf das russische Festland benützt und damit ukrainisches Recht verletzt, erklärte Botschafter Scherba gegenüber der Tiroler Tageszeitung. Russland hat die Brücke ohne Einwilligung der Ukraine gebaut und damit auch laut EU die Souveränität der Ukraine verletzt. Wehrschütz hat eigenen Angaben zufolge die Brücke freilich nicht befahren.

Scherba betonte gegenüber der TT, dass Kiew mit der Website nichts zu tun habe und er sich von der Eintragung in die Liste distanziere. (jec, APA)


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