Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Sa, 13.07.2019


Medien

Neuer Partner für Spatzenpost

Der Tiroler Verlag Jungösterreich, der seine Zeitschriften an Schulen im ganzen Bundesgebiet vertreibt, arbeitet ab kommendem Herbst mit SOS-Kinderdorf zusammen.

In 86 Prozent der österreichischen Schulen werden die Magazine des Jungösterreich-Verlags, der seinen Sitz in Innsbruck hat, gelesen.

© Jungösterreich VerlagIn 86 Prozent der österreichischen Schulen werden die Magazine des Jungösterreich-Verlags, der seinen Sitz in Innsbruck hat, gelesen.



Innsbruck – Topic, Jö, Spatzenpost und Co. – beinahe jeder Schüler in Österreich hielt eine dieser Zeitschriften schon einmal in den Händen, blätterte oder las darin. Produziert werden sie vom Verlag Jungösterreich, der seinen Sitz in Innsbruck hat. Über 70 Jahre war das Österreichische Rote Kreuz als Partner an der Gestaltung der Magazine beteiligt, vor Kurzem wurde die Kooperation beendet. Mit SOS-Kinderdorf ist ab Herbst eine neue Hilfsorganisation an Bord.

„Das Rote Kreuz will im kommenden Schuljahr eigene Zeitschriften für Kinder und Jugendliche herausbringen“, klärt Werner Madl, Geschäftsführer und Verleger, über die Hintergründe auf. „Es war die Entscheidung der Rettungsorganisation und das haben wir zu akzeptieren. Inhaltlich wird der Wechsel der Partnerschaft für unsere Magazine keine Konsequenzen haben. Wir arbeiten schließlich redaktionell unabhängig.“

Jungösterreich bezeichnet sich selbst als Bildungsmedienverlag. Heißt: Die Magazine, die produziert werden, sind speziell für den Gebrauch im Unterricht konzipiert. Abonniert werden die Zeitschriften von den Lehrern. In 86 Prozent der Schulen bundesweit, von der ersten bis zur neunten Stufe, werden die Magazine laut dem Verlag gelesen. In Tirol seien es sogar 87 Prozent.

Warum aber SOS-Kinderdorf als neuer Partner? „Die Hilfsorganisation ist eine österreichische Marke. Sie widmet sich dem Wohl der Kinder“, sagt Werner ­Madl. „Auch wir haben uns der Weiterbildung der Kinder verschrieben, daher war dieser Schritt naheliegend.“ In welcher Form SOS-Kinderdorf dann in die Produktion der Magazine miteingebunden werde, sei derzeit Gegenstand von Verhandlungen. Es sei jedenfalls geplant, dass sich die Hilfsorganisation an der Themenfindung beteilige. „So wie beim Roten Kreuz bisher gehandhabt, erhält aber auch SOS-Kinderdorf einen Anteil des Erlöses.“ Wie hoch dieser ausfällt, ist noch unklar.

Nora Deinhammer, Geschäftsführerin von SOS-Kinderdorf, zeigt sich erfreut über die Zusammenarbeit mit dem Bildungsmedienverlag. „Für uns ist diese Kooperation eine wertvolle Möglichkeit, Kinder und Jugendliche für die Nöte, Anliegen und Themen anderer junger Menschen in aller Welt zu sensibilisieren.“ Gerade Bildung sei für viele Kinder auf der ganzen Welt der wichtigste Schlüssel, um dem Kreislauf aus Armut und Perspektivlosigkeit zu entfliehen, sagt Deinhammer.

„Über Berichte aus der weltweiten Arbeit von SOS-Kinderdorf in den Zeitschriften von Jungösterreich kann hier ein verstärktes soziales Bewusstsein vermittelt werden. Gleichzeitig öffnen Geschichten über Menschen aus anderen Kulturen, Religionen und Gesellschaften den eigenen Horizont und bereichern den persönlichen Erfahrungsbereich“, ist die Geschäftsführerin von SOS-Kinderdorf überzeugt. (bfk)