Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Do, 10.10.2019


Medien

Zeitschrift „Tirol“ vor ungewisser Zukunft

Herausgeber Peter Baeck sucht nach einem Nachfolger.

Bisher gab es 94 Ausgaben der Zeitschrift „Tirol“.

© Repro: TTBisher gab es 94 Ausgaben der Zeitschrift „Tirol“.



Innsbruck – Geblättert haben schon viele darin, sei es beim Warten auf den Zahnarzt oder im Hotelzimmer: in der Zeitschrift Tirol. Zweimal im Jahr kommt diese Publikation auf den Markt. Ihre Anfänge reichen bis 1924 zurück.

Das Hochglanzprodukt enthält eine kunterbunte Mischung aus Tirol-Themen auf 160 bis 180 Seiten, viel Kunst und Kultur, aber auch Landeskunde und Geschichte, und das alles garniert mit großformatigen Fotos. Die Auflage je Heft beträgt 8000 Stück. Diese gehen in den Handel sowie an Abonnenten wie Arztpraxen, Tourismusverbände und die Hotellerie. Bei Letzterer ist das Produkt sehr willkommen, sind die redaktionellen Beiträge doch auf Deutsch und auf Englisch verfasst. Gästen aus dem Ausland erleichtert das die Lektüre.

Wozu die lange Vorrede? Richtig geraten. Über der Zukunft der Zeitschrift Tirol steht ein dickes Fragezeichen.

Seit 1974 fungiert Peter Baeck als Herausgeber und Verleger. Er produziert die Zeitschrift auf eigene Kosten von rund 40.000 Euro pro Ausgabe. „Eine schwarze Null“ sei sich unter dem Strich aber immer ausgegangen. Die Beiträge steuern namhafte Autorinnen und Autoren aus dem Tiroler Kulturbereich bei.

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Aktuell arbeitet Baeck an Heft Nummer 95. Dieses wird im November erscheinen. Ob es das letzte sein wird? Baeck schließt das nicht aus. Er ist mittlerweile 77, schon seit einiger Zeit sucht er Nachfolger, die das Zeitschriftenprojekt übernehmen würden.

Baeck kommt aus der Werbebranche. Er ist in Tirol bestens vernetzt, auch politisch. Er hat schon bei vielen Stellen vorgesprochen, allein ohne Erfolg. Große Hoffnungen setzte Baeck auf ein Konzept, das er Landeshauptmann Günther Platter vorgelegt hat. Danach würde die Südtiroler Athesia das Heft weiterführen, einen kräftigen Zuschuss des Landes Tirol vorausgesetzt. Doch im LH-Büro bedauert man, „dass es keinen Zuschuss geben kann“. Die Zeitschrift Tirol passe nicht in die Förderkriterien des Landes, teilt ein Sprecher LH Platters auf Anfrage der TT mit. Baeck wird wohl kaum lockerlassen, wenige Ausgaben von Heft Nummer 100 entfernt.

Bemerkenswert ist übrigens der Schriftzug Tirol auf dem Cover der Zeitschrift. Es ist das offizielle Tirol-Logo, das auch die Tirol Werbung verwendet und, weil es sich um eine starke Marke handelt, vor Fremdzugriff schützt. Doch Baeck war hier offenbar schneller: „Ich verwende das Logo von Arthur Zelger schon seit Mitte der 70er-Jahre, ich bin der Vorbenützer.“ (mark)