Letztes Update am Mi, 11.09.2013 13:47

TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Medien

ORF will bis 2020 mehr Möglichkeiten in der Medienwelt

ORF-Generaldirektor Wrabetz stellte dem Publikumsrat die Strategie „ORF 2020“ vor. Dabei liegt der Schwerpunkt auf der Adaptierung im Online-Bereich.

(Symbolfoto)

© APA/HARALD SCHNEIDER(Symbolfoto)



Wien – Der ORF will bis zum Jahr 2020 mehr Entwicklungsmöglichkeiten im Social Media-Bereich, die Erweiterung der crossmedialen Möglichkeiten, eine Anpassung der Werbebeschränkungen und die Weiterentwicklung der Rundfunkgebühren in Richtung Haushaltsabgabe. Dies erklärte ORF-Generaldirektor Alexander Wrabetz am Mittwoch im ORF-Publikumsrat bei der Präsentation der Strategie „ORF 2020“.

Als Kampfansage an private Rundfunkveranstalter wollte der ORF-Chef seine Aussagen offenbar nicht verstanden wissen. „Das ist kein Forderungsprogramm, das sich unmittelbar an die Medienpolitik wendet. Wir fordern das nicht jetzt und nicht von heute auf morgen. Aber man sollte sich bis zum Jahr 2020 anschauen, welche Möglichkeiten es hier gibt. Und es sollte möglichst immer im Einvernehmen mit den anderen Marktteilnehmern entwickelt werden.“

„Etwas Netflix-artiges“: Download-Angebot unumgänglich

Hintergrund der ORF-Pläne sind die „technologischen Umbrüche“ in der Branche. „Die Medienwelt steht vor dramatischen Veränderungen“, so Wrabetz. Der Versorgungsauftrag des ORF müsse deshalb weiterentwickelt werden. „Wir müssen sicherstellen, dass wir mit unseren Inhalten in der neuen Medienwelt auffindbar bleiben, und dass nicht Dritte an diesen Inhalten verdienen oder unsere redaktionelle Hoheit beeinträchtigen.“

Neben den bestehenden Fernseh- und Radioprogrammen brauche es deshalb Adaptierungen im Online-Bereich. Wrabetz nannte den Ausbau von Streaming- und Second Screen-Angeboten, App-Lösungen, Smart-TV und Social-TV-Angeboten. Auch ein Download-Angebot - „etwas Netflix-artiges“ - sei unumgänglich, am besten in Kooperation und mit deutschsprachigen öffentlich-rechtlichen Inhalten.

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Duale Finanzierung soll bleiben

Tragende Säulen der Finanzierung bleiben laut Wrabetz bis 2020 die Programmentgelte sowie Werbung. „Der ORF muss unserer Meinung nach dual finanziert bleiben und kann das auch. Zwei Drittel Programmentgelt, ein Drittel Werbung.“ Eine dritte Säule der Finanzierung sei indes nicht in Sicht. Bei den Rundfunkgebühren bedürfe es „bis 2020“ wegen der Entwicklung der Gerätelandschaft, über die Fernsehen konsumiert werde, einer Weiterentwicklung und „Anknüpfung an den Haushalt“. Eine Haushaltsabgabe würde laut Wrabetz auch keine substanziellen Mehreinnahmen bringen, weil ohnehin schon jetzt 98 Prozent der ORF-Konsumenten von der Gebühr erfasst wären.

Josef Kirchberger, Leiter des SPÖ-“Freundeskreises“ im ORF-Stiftungsrat und auch Publikumsratsmitglied zeigte sich mit der vorgelegten ORF-Strategie zufrieden. „Das Papier ist sehr gut. Es liefert klare Antworten und Festlegungen für die Zukunft. Ich bin sehr zufrieden mit dem was hier geboten wurde, wenngleich es der Beginn und nicht das Ende einer Diskussion ist“, so Kirchberger. Franz Medwenitsch, Leiter des ÖVP-“Freundeskreises“ im ORF-Stiftungsrat, hatte zuvor noch einigen Gesprächsbedarf gesehen und Nachschärfungen in der Strategie gefordert. (APA)