Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Di, 31.10.2017


Bezirk Innsbruck-Land

Echte Tiroler Blasmusik in Dreizehnlinden und Rio

Die „Burgschröfler“ aus dem Gschnitztal spielten beim Tirolerfest in Dreizehnlinden auf – und ließen in Brasilien auch sonst aufhorchen.

© Burgschröfler/HeideggerOb beim Gottesdienst in der Pfarrkirche Dreizehnlinden (im Bild), vor der monumentalen Christusstatue in Rio oder am Strand von Ipanema: Die „Burgschröfler“ sorgten allenthalben für Begeisterung.



Trins, Gschnitz, Dreizehnlinden – Die völkerverbindende Wirkung von Musik ist viel mehr als nur ein Klischee: Das konnten die sieben Mitglieder der Blasmusikgruppe Burgschröfler aus Trins und Gschnitz im Oktober bei einem achttägigen Besuch in Brasilien erleben. Die Reise erfolgte auf Einladung der Musikkapelle Dreizehnlinden und wurde gemeinsam mit Karl Mark aus Schönberg geplant. Der ehemalige Schwazer Bezirkshauptmann ist Kapellmeister der Bürgermeistermusik Schwaz, die schon mehrfach in Brasilien zu Gast war – und der auch drei Burgschröfler angehören.

Beim Tirolerfest in Dreizehnlinden legten die Musikanten – in einem riesigen Festzelt vor bis zu 5000 Besuchern – mehrere umjubelte Auftritte hin. Das Fest, das an die Gründung von Dreizehnlinden durch Tiroler Emigranten im Jahr 1933 erinnert, sei in den letzten Jahren „zu einem wahren Hype“ geworden, meint Manfred Heidegger von den Burgschröflern. Die Gäste – alle in Dirndln und Lederhose – würden sogar aus dem 900 Kilometer entfernten São Paulo anreisen. Auch Dreizehnlinden selbst habe sich rasant entwickelt, findet Heidegger, der vor 17 Jahren erstmals dort zu Gast war. Obwohl sich die Einwohnerzahl seit damals auf rund 9000 verdreifacht habe, herrsche immer noch ein Gefühl von „heiler Welt“ – ungewohnt im von Kriminalität und Korruption geplagten Brasilien. Der „jüngste“ Tiroler Einwanderer ist übrigens Markus Astner aus Münster, der seiner Liebe nach Brasilien folgte. Er fungiert in Dreizehnlinden als Kapellmeister und Musiklehrer.

Mit echter, kitschfreier Tiroler Blasmusik glänzten die Burgschröfler auch bei einer heiligen Messe, im Anschluss waren sie für die Einheimischen begehrte Fotoobjekte.

Die Musikanten nutzten die weite Reise zudem für Besichtigungen und weitere Konzerte – etwa in Rio de Janeiro, wo sie bei einem Festakt der österreichischen Botschaft die brasilianischen und österreichischen Hymnen erklingen ließen. Einen Traum erfüllten sich die Burgschröfler dann, als sie am Strand von Ipanema und vor der berühmten Christusstatue aufspielten, umgeben von Tausenden Touristen. „Das hat ordentlich Wind gemacht“, freut sich Heidegger. Nicht nur deshalb sind sich die Musikanten einig: „Das war nicht das letzte Mal.“ (md)