Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Sa, 21.04.2018


Konzert

Leyya brachte schaumgebremste Rockerattitüde ins Treibhaus

Das Linzer Duo „Leyya“ gastierte am Donnerstag im Treibhaus in Innsbruck. Mitsamt neuer Songs vom eben erschienenen Album.

© Michael KristenFrontfrau Lindinger gibt mit ihrer hauchigen Stimme den Songs von „Leyya“ ihr besonderes Gesicht.



Innsbruck – Überraschend rockig. So lautete der Grundtenor zum Konzert von Leyya, das am Donnerstag im Innsbrucker Treibhaus stattfand. „Das erste Konzert ist Innsbruck“, nannte es Frontfrau Sophie Lindinger, obwohl sie zugab, dass das Trip-Hop-Duo bereits 2015 ein Gastspiel in der p.m.k. gab, „damals vor zehn Leuten“. Umso größer war die Freude, jetzt im gerappelt vollen Keller des Treibhauses zu stehen.

In Viererbesetzung trat das Duo an, was den Sound der Band maßgeblich beeinflusste. Sounddesigner Marco Kleeberger an der Gitarre (und gelegentlich Percussion) holte sich einen Drummer und einen Bassisten mit auf die Bühne. Im Gegensatz zu Laptops bringt Leyya live nämlich lieber Gitarrenkoffer mit. Nichtsdestotrotz wird am Sound kräftig gerüttelt: Kleebergers Klampfe fungiert an vielen Stellen nur noch als wummernder Klangteppich. Wie auf Platte klingt hingegen Sophie Lindingers hauchige, zerbrechliche Stimme, die durch die einzelnen Tracks und das ganze Konzert führt. Das Duo gibt sich on stage durchaus verhalten, auch wenn ihnen der Spaß am Sound anzumerken ist. Besonders als die neuen Songs des im Jänner erschienenen Albums „Sauna“ anklingen. Ein gelungener Nachfolger von „Spanish Disco Deluxe“ (2016), das wie schon in der ersten Platte eben diese beiden richtig guten Nummern hervorbringt.

Die auch live richtig gut funktionieren. Spätestens bei „Superego“ (von dem 2016er LP) hatte Leyya das Publikum im Griff. Das „Superego“ der neuen Scheibe, „Zoo“, riss auch den letzten müden Schunkler zum Abrocken mit. Soweit man zu Downtempo-Elektropop eben abrocken kann. Neben den vereinzelten Highlights nicht allzu viel. In diesen Zwischenräumen wird der Wunsch nach einem Ausbruch aus den gängigen Rhythmen laut. Passiert aber nicht. Auch trotz Gitarrenkoffer nicht. (bunt)




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