Letztes Update am So, 13.05.2018 07:18

TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Song Contest 2018

Netta aus Israel holt ESC-Krone, Cesár bei Jurys klar auf Platz eins

Topfavoritin Netta aus Israel holt mit ihrem schrillen Beitrag „Toy“ den Sieg beim Song Contest 2018 in Lissabon. Österreichs Cesar Sampson gewann sensationell die Jury-Wertung und landete schließlich auf dem ausgzeichenten dritten Platz.

© Reuters20 Jahre nach Landsfrau Dana International hält die Israelin Netta die begehrte ESC-Trophäe in ihren Händen.



Lissabon, Wien - Der 63. Eurovision Song Contest ist Samstagnacht mit einem Sieg Israels zu Ende gegangen. In Portugals Hauptstadt Lissabon setzte sich Kandidatin Netta mit „Toy“ gegen 25 Länder durch. Österreichs Vertreter Cesar Sampson kam mit seinem Popgospel „Nobody But You“ auf einen überraschend hervorragenden Platz 3.

Damit setzte sich letztlich die schon lange zu den Topfavoriten gezählte Sängerin mit ihrer feministischen Nummer durch - gegen die Strandpartynummer „Fuego“ von Eleni Foueira aus Zypern und auch die heimische Hoffnung Cesar Sampson. Der hatte mit 271 Punkten bei den Jurys den klaren Triumph eingefahren und war in dieser Teilwertung auf Platz 1 gelandet.

Mit Bizeps auf Punktefang

Der 34-jährige Linzer legte am Abend tatsächlich seine bis dato beste Performance seit dem Beginn der Shows in Lissabon hin, ging mit einem eingestreuten „Lisbon, how are you doing?“ in ungekannte Interaktion mit dem Publikum und präsentierte erstmals kurzärmelig seine Muskeln. Die brachte er dann auch gleich im Greenroomschäkern mit Filomena Cautela zum Einsatz, indem er die Moderatorin drei Mal in die Höhe wuchtete. Auch in seinem Halbfinale hatte Sampson mit 234 Punkten einen guten 4. Platz erlangt.

Cesar Sampson konnte die Jurys auf ganzer Linie überzeugen.
- Reuters

Netta zeigte sich indes überwältigt von ihrem Sieg. Noch mit der Trophäe in der Hand auf der Bühne erhielt die Sängerin einen Anruf von Israels Ministerpräsident Benjamin Netanyahu, der der Künstlerin via Telefon gratulierte.

Auch abseits dieses Führungstrios zeigte sich das Feld der heurigen Finalisten breit wie selten und reichte vom harten Metal der Ungarn AWS über Ethnoballaden wie jener der Serben Sanja Ilic und Balkanika bis hin zum Hip-Hop des Tschechen Mikolas Josef.

Flitzer störte Auftritt von Britin SuRie

Einen Schreckmoment während der Show gab es dann allerdings, als ein Mann während des Auftritts der britischen Kandidatin SuRie auf die Bühne stürmte und der Sängerin das Mikrofon entriss, bevor er von der Bühne gezerrt wurde. Das Angebot der Rundfunkunion EBU, ihren Auftritt zu wiederholen, lehnte die 29-Jährige allerdings mit dem Hinweis, dass sie stolz auf ihre Leistung sei, ab und landete am Ende auf den schwachen 24. Platz.

Damit ging ein Song Contest zu Ende, der sich stilistisch vielfältig präsentierte, wenige bis keine der früher üblichen Trashnummern im Talon hatte und mit einer ganzen Reihe an Favoriten bis zuletzt spannend blieb. Dennoch zeigte sich an der Gestaltung der Show, dass der ebenso langjährige wie langjährig erfolglose ESC-Teilnehmer Portugal kein eurovisionsbegeistertes Land wie etwa die skandinavischen Nationen ist. (TT.com, APA)