Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Do, 24.05.2018


Klangspuren

Würfel, Witwe, Happening: Das Fest der Musik feiern

© Thomas Böhm / TTFür Matthias Osterwold sind es heuer die letzten Klangspuren. Foto: Böhm



Schwaz – „Feste.Orte.“ lautet das Motto der Klangspuren Schwaz 2018 vom 6. bis 22. September, der 25. Ausgabe des Tiroler Festivals für Neue Musik. Composer in Residence ist, wie berichtet, die prominente Britin Rebecca Saunders. „Ihre Werke werden immer besser“, konstatiert Matthias Osterwold, Musikalischer Leiter des Festivals, der heuer zum letzten Mal die Veranstaltung kuratiert. Seine Nachfolge wurde ausgeschrieben, eine Fachjury geht ans Werk, die Nachfolge soll kommenden Sommer entschieden sein.

Vor 25 Jahren gab es nicht nur Begeisterungsstürme, sondern durchaus auch Widerstände, als der Schwazer Pianist und Komponist Thomas Larcher und die damalige Kulturamtsleiterin und dann Geschäftsführerin Maria-Luise Mayr die ersten Klangspuren auslegten. „Es war nicht selbstverständlich, dass die Stadt Schwaz das von Beginn an ermöglicht hat, und die Begeisterung im ersten Konzert in der Tennishalle nicht zu erwarten“, erinnerte sich in der gestrigen Pressekonferenz zur bevorstehenden Jubiläumssaison der Schwazer Bürgermeister Hans Lintner, damals Kulturreferent, an den Ursprung der reichen positiven, bald auch internationalen Resonanz.

Die Klangspuren International Ensemble Modern Academy findet heuer zum 15. Mal statt. Rebecca Saunders wird dort tätig und in vielen Konzerten mit ihren Werken präsent sein, wie im Eröffnungskonzert des Tiroler Symphonieorchesters Innsbruck und dem Auftritt des Quatuor Diotima. Das Saunders-Porträt gestaltet das Ensemble Modern.

Klangarchitekt Bernhard Leitner bereitet als Ton-Raum-Installation einen Würfel vor, der Komponist Arturo Fuentes mit „Carlotas Zimmer“ ein szenisches Monodram um die Witwe des mexikanischen Habsburgers Maximilian. An einer Transmedia-Installation von Christof Dienz arbeitet ein Tiroler Team (TENM, Öttl, Koenig), eine Kasperlmaschine begleitet das Festival. Die Pilgerwanderung mit Peter Lindenthal und Arvo dauert zwei Tage, zum Finale gibt es ein „Futterrausch“-Happening. (u.st.)




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