Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Mo, 11.06.2018


Musik

Die geballte Power zweier Frontfrauen

© Luca GasserMira Lu Kovacs, Sängerin von 5K HD, beim Gastspiel in Wörgl. Foto: Gasser



Wörgl – Wer sich fragt, was aus den White Miles wurde, der hätte am Samstag im Komma in Wörgl eine Antwort erhalten. Eine Hälfte davon, nämlich Frontfrau Frida Cecil Medina, spielte dort in neuer Formation zusammen mit den Slicky Nerves. Medina hat stimmlich dazugelernt, ihre Bühnenpräsenz ist einnehmend. Unter den von den White Miles bekannten Rock mischen sich ruhigere, düstere Bluesstücke. Leider versagt ein paarmal die Gitarre. Das ist schade, weil Medinas Riffs und Soli hörenswert sind.

Danach spielen die Wiener 5K HD. Die österreichische Supergroup besteht aus den vier Jazzern von Kompost 3, einer davon Lukas König (Kœnig Leopold und Kœnig), plus der Sängerin Mira Lu Kovacs (Schmieds Puls).

Ein langes Intro eröffnet das Konzert. Mira Lu Kovacs schaukelt tranceartig im Takt. Ihre Stimme erklingt sehr hoch und trotzdem voll. Sie singt mit der Trompete, nimmt Melodien auf und singt sie weiter. Meist sehr langgezogen, dann sind sogar Wörter herauszuhören wie „I will always fight you“.

Kovacs singt mit geschlossenen Augen und dirigiert die Band mit den Händen. Getragene Stücke gehen nahtlos über in abgehackte Fleckerlteppiche, zu denen alle ein Quietschen, Rauschen oder Klacken beitragen. Dann klingen 5K HD wie die Natur beim Wachsen im Zeitraffer. Anfang und Ende der Melodien sind schwer zu bestimmen. Gegen Ende spielen sie „Not a Lovesong“, ein wildes Schlagzeugsolo inklusive. Lukas König spielt die Snaredrum mit den Fingern und dazu ein elektronisches Drumpad.

Die hohe Stimme und ausufernden Instrumentalteile muss man mögen. Ansonsten hat die geballte Frontfrauenpower voll geknallt. (lg)




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