Letztes Update am Di, 12.06.2018 14:19

TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Frankreich

Umstrittener muslimischer Rapper hält an Auftritt im Bataclan fest

Der Rapper Medine sieht sich von der Rechtspopulistin Marine Le Pen und den Konservativen in seiner Meinungsfreiheit eingeschränkt. Sie hatten ein Auftrittsverbot für Medine im Bataclan gefordert. Das Konzert soll kurz vor dem dritten Jahrestag der Pariser Terroranschläge stattfinden.

© PHILIPPE LOPEZBei dem Terroranschlag im Bataclan starben am 13. November 2015 mindestens 89 Menschen.



Paris – Der muslimische Rapper Medine hält trotz Protesten an einem Auftritt im Pariser Anschlagsort Bataclan fest. Der französische Sänger algerischer Herkunft verurteilte am Montagabend erneut scharf die Anschläge vom November 2015, bei denen Islamisten in dem Konzertsaal 90 Menschen getötet hatten.

„Seit 15 Jahren kämpfe ich mit meinen Alben gegen alle Formen von Radikalismus“, betonte der Rapper. Er warf der Rechtspopulistin Marine Le Pen und den französischen Konservativen vor, die freie Meinungsäußerung einschränken zu wollen. Sie hatten ein Auftrittsverbot für Medine im Bataclan gefordert.

Die Kritik entzündet sich unter anderem an einem von Medines Alben, das „Jihad“ heißt. Vor dem Anschlag auf die Satirezeitung „Charlie Hebdo“ im Jänner 2015 hatte er in einem Songtext zudem dazu aufgerufen, „Laizisten zu kreuzigen“.

Der Rapper nannte den Text später einen satirischen Kommentar zur strengen Trennung von Kirche und Staat in Frankreich. In dem Album „Jihad“ von 2005 beschreibe er außerdem nur den Kampf gegen sich selbst und nicht einen religiösen Feldzug.

Medine soll am 19. und 20. Oktober im Bataclan auftreten – kurz vor dem dritten Jahrestag der Anschläge vom 13. November 2015. (APA/AFP)




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