Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Fr, 15.06.2018


Musik

“Opas Diandl“: Handgemachte Facetten des Folk

„Opas Diandl“ machen Volksmusik der neuen Generation. Und feiern damit seit zehn Jahren große Erfolge. Das Jubiläum wird auch in Innsbruck gefeiert.

© Flyles PlanetHeute um 20 Uhr ist die Südtiroler Combo „Opas Diandl“ in der Bäckerei in Innsbruck zu hören und zu sehen.



Von Barbara Unterthurner

Innsbruck – Raffele, Banjo, Kontrabass, Geige, Viola da Gamba, Percussion, Gitarre, Charango. Exotisch in der Instrumentenwahl, klassisch in der Genrewahl. Oder auch nur vermeintlich klassisch, denn Opas Diandl gehören zu einer neuen Generation, die die Volksmusik zeitgenössisch interpretiert. Die Band selbst möchte am liebsten keinem Genre angehören, sondern eigenen Charakter zeigen.

Und das schafft die Combo aus Südtirol bestehend aus Markus Prieth, Daniel Faranna, Veronika Egger, Jan Langer und Thomas Lamprecht. Seit nunmehr zehn Jahren stehen sie auf unterschiedlichen Bühnen und wuseln sich bei ihren Auftritten durch die unterschiedlichsten musikalischen Einflüsse, die eben jeder Musiker der Band so mit einbringt. Gewohnt sei man sich seit Kindheitstagen. „Opas Diandl wurde geboren, als Markus und Daniel von Thomas ‚genötigt‘ wurden, miteinander zu proben, weil einfach Lust da war, etwas mit Volksmusik und Dialekt auszuprobieren“, verrät Gitarrist Thomas Lamprecht auf Nachfrage der TT.

Warum Volksmusik, war für die Musiker gleich geklärt: „Volksmusik, egal woher, hat immer eine ganz besondere Energie. Wenn man sie so interpretiert wie wir, kriegt man ein Maximum an Wurzeln und Energie heraus“, meint Lamprecht.

Typisch für die Band ist auch nach zehnjährigem Bestehen nicht der Blick zurück, sondern stets eine Entwicklung nach vorne. Deshalb stellte die Band im Februar 2018 auch ihr neues Album „X“ (veröffentlicht in Herbert Pixners Label „threesaintsrecords“) vor – kein Best-of, sondern eine Kompilation von 15 neuen Songs, „eine Weiterentwicklung unseres Klanges und unseres Stils“, meint Lamprecht. Der Titel verweise dabei auch auf die x Genres, die auf der CD zu finden sind, betont der Gitarrist.

Ein umfangreiches Spek­trum bekommt die Musik der Südtiroler vor allem durch die Verwendung vermeintlich untypischer Instrumente. Das öffnet das Genre der Volksmusik auch weiter in Richtung des englischen Begriffes „Folk“ – wenn man dem Stempellosen überhaupt einen Stempel aufdrücken muss. „Stile und Grenzen interessieren uns nicht besonders. Sicher bleibt unsere Musik auch in Zukunft handgemacht, kommt weiterhin mehr von Herzen und aus dem Bauch heraus als vom Kopf“, bestätigt Lamprecht.




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