Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Sa, 23.06.2018


Exklusiv

Sebastian Krieger: Der Traum vom Austropopper

Er hat „des Leichtn in die Augn“, wenn er singt. Der Schwazer Sebastian Krieger (21) will in die Fußstapfen von Austropopper Rainhard Fendrich treten. Die erste CD ist in Arbeit.

© Artist Backoffice by GabiKriegerSchon als Kind faszinierten Sebastian Krieger aus Schwaz die Austropopper um Rainhard Fendrich.



Von Deborah Darnhofer

Innsbruck – Ist Sebastian Krieger aus Schwaz ein „Traumtänzer“, wie er in seinem gleichnamigen Lied singt? Der 21-jährige Schwazer will schließlich niemand Geringerer als Österreichs nächster Austropopper werden und damit in die Fußstapfen von Rainhard Fendrich und Kollegen treten. Das Musikgeschäft mag hart sein, Krieger gibt sich kämpferisch und zielstrebig. Die ersten Karriereschritte sind gemacht.

- Artist Backoffice by GabiKrieger

Derzeit werden seine vier Lieder – zuletzt erschien „Mein Weg“ im April – von mehreren österreichischen Radiosendern gespielt.

„Jedes Mal, wenn ich ein Lied höre, freue ich mich wahnsinnig und könnte drei Meter in die Luft hupfen“, meint der 21-Jährige, der seinen weichen Unterländer Dialekt auch beim Singen nicht ablegt. „Mei Traum is groß, mei Traum is wüd, wos, wenn er si erfüt“, sinniert er im „Traumtänzer“-Lied und arbeitet genau daran.

Gerade ist er in Wien, um mit seinem Produzenten Andy Baum acht bis zehn Stunden am Tag an weiteren Liedern zu feilen. Sein Debütalbum mit zwölf Liedern will der Sänger dann Mitte Oktober in Tirol präsentieren. „Die Aufnahmen laufen gut. Es ist aber oft schwierig. Ich bin doch sehr ungeduldig und will überall das Beste geben. Aber alles braucht seine Zeit“, gesteht Krieger und will sich damit wohl selber etwas Druck nehmen.

Kriegers erste CD erscheint im Oktober.
- Tim Wilhelm

Für ihn steht sein Weg dennoch fest und der soll den schlanken 21-Jährigen mit seiner Akustikgitarre, deren Griffe er sich selbst im Kindesalter beigebracht hat, auf die großen Bühnen führen. Eine Lehre zum Hotel- und Gastgewerbeassistenten hat er zwar abgeschlossen, doch „dafür habe ich nicht gebrannt“, sagt der Schwazer Nachwuchsmusiker. Mit Unterstützung seiner Eltern – Gabi Krieger-Wolf ist Musikmanagerin und führt mit ihrem Mann das Planetarium in Schwaz – will er nicht nur nach den Sternen greifen, sondern auch nach dem Mikro. „I nimm mei Schicksoi in die Hand“, lautet eine weitere Liedzeile, die nicht treffender sein könnte.

„Der Austropop ist einfach mein Leben, seit ich als Kind bei einem Konzert von Rainhard Fendrich war“, erklärt Krieger. Mit seinen Idolen, wozu auch Wolfgang Ambros zählt, verbindet ihn noch mehr. Als 15-Jähriger durfte er als Teil einer Vorband mit Fendrich vor 2000 Gästen auftreten. Mit Ambros musizierte er in dessen privatem Wohnzimmer eine Stunde lang. „Er hat gemeint, ich soll dranbleiben und dass ich sehr jung bin. Ambros hat ja mit 19 Jahren angefangen“, berichtet der Schwazer, der bereits einige eigene Auftritte absolviert hat.

So etwa Ende April im österreichischen Frühstücksfernsehen, beim letztjährigen Frauenlauf in Wien oder 2017 bei Peter Maffay auf dessen Gut Dietlhofen in Bayern. Zudem spielt er heuer mit einem Musikerkollegen in Hotels und auf Veranstaltungen. Nach der Veröffentlichung des Albums soll es außerdem mit Band auf Tournee gehen.

Lampenfieber bekommt Krieger dabei keines. Sogar seine Schüchternheit kann er beim Singen ablegen. „Auf der Bühne bin ich ein anderer Mensch. Dort zu stehen und diese Menge Leute zu sehen, ist einfach toll. Mit Musik und in meinen Liedern kann ich das sagen, wozu Worte nicht fähig sind.“ Nach der Zusammenarbeit mit dem Tiroler Liedermacher Christopher Kogler schreibt und komponiert Krieger seine Lieder nun selbst, „Mein Weg“ ist sein erstes Eigenwerk.

Seine Inspiration dafür holt er sich beim Wandern. „Ich bin unheimlich gern in der Natur und schätze unser Land, es gibt so wunderbare, schöne Plätze“, hat der 21-Jährige die Liebe zur Heimat nicht nur in seinen Liedern verinnerlicht. Mit der heimischen Schlagerszene und Volksmusik will er deshalb aber nicht in einen Topf geworfen werden. „Ich mache wirklich traditionellen Austropop.“ Der darf bei Krieger durchaus kritisch sein und auch Umweltthemen oder die Hektik der Zeit anprangern. „Ich muss nicht nur über die Liebe singen“, meint der 21-Jährige, der derzeit keine Freundin hat. Dafür fehle momentan die Zeit und er sei zu viel unterwegs.

Die Musik-Karriere hat eindeutig Vorrang. Noch ist sie ein Traum, der bald schon Wirklichkeit werden soll. „Es hot nu niemand ohne Traum wos erreicht“, heißt es beim jungen Schwazer. Der Anfang ist gemacht.

Sebastian Krieger mit dem Wiener Produzenten Andy Baum.
- Artist Backoffice by GabiKrieger

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