Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Di, 17.07.2018


Promenadenkonzerte

Konzertreigen in Innsbruck geht in die zweite Halbzeit

Trotz Beeinträchtigungen durch das EU-Innenministertreffen zieht Alois Schöpf zufrieden Zwischenbilanz über die Innsbrucker Promenadenkonzerte.

© Ibk.er PromenadeknkonzerteDie „Black Dyke Band“ aus England erwies sich mit ihrem gefeierten Brass-Sound als Publikumsmagnet. Das EU-Innenministertreffen hat laut Veranstaltern hingegen viele Gäste abgeschreckt. Foto: Innsbrucker Promenadenkonzerte



Von Michael Domanig

Innsbruck – Alois Schöpf, Künstlerischer Leiter der Innsbrucker Promenadenkonzerte, zieht zur Halbzeit „sehr zufrieden“ Bilanz über die 24. Auflage der international hochbeachteten Konzertreihe.

Dabei waren die Rahmenbedingungen heuer alles andere als einfach: Das Wetter spielte bei den Freiluftveranstaltungen bisher zwar meistens mit (nur ein Konzertabend wurde „verschüttet“), aber das Treffen der EU-Innenminister samt umfassenden Sicherheitsmaßnahmen habe die Promenadenkonzerte doch „massiv Publikum gekostet“, wie Schöpf unverblümt festhält: „Die Sicherheitshysterie beeinträchtigte uns sehr.“ Viele Gäste hätten etwa gedacht, dass die Altstadt gesperrt sei, manche sogar Angst vor Anschlägen gehabt. Hinzu kam noch die Fußball-WM als „Konkurrenzveranstaltung“.

Zum Jammern bestehe aber keinerlei Grund, betont Schöpf. Denn an anderen Abenden, etwa beim Auftritt der berühmten Black Dyke Band aus England, sei der Innenhof der kaiserlichen Hofburg brechend voll gewesen. Und ohne in Selbstlob verfallen zu wollen, sei das künstlerische Niveau der Konzerte durchgehend hoch. „Unglaublich gut“ seien etwa die Auftritte der Bigband der deutschen Bundeswehr oder des Pihalni Orkester Krka (Slowenien) gewesen. Aber auch die Tiroler Musikkapellen – etwa aus Wilten, Landeck und Lana – „können absolut mithalten“. Generell zeige sich, „dass Spitzen-Amateurorchester mittlerweile so gut sind, dass der Übergang zu den Profis fließend ist“, meint Schöpf.

Das Ziel, verschiedenste Musikgeschmäcker zu treffen, prägt auch die zweite Hälft­e der Promenadenkonzerte. Allein ein Blick auf das Programm dieser Woche zeige eine enorme Vielfalt an Orchesterformen: Am heutigen Dienstag spielt die JBBG – Jazz Bigband Graz mit den Tiroler „Lokalhelden“ Christoph Pep­e Auer und Martin Ohrwalder auf, morgen Mittwoch die Brassband Fröschl Hall. Mit dem Bundespolizeiorchester München wartet am Donnerstag ein klassisches Blasorchester. Am Freitag konzertiert das Sinfonische Blasorchester Tirol und am Samstag ein Fanfarenorchester aus den Niederlanden (jeweils ab 19.30 Uhr).

Ein fixes Highlight ist auch der Auftritt der preisgekrönten Tredegar Town Band aus Wales am 27. Juli – wobei man mit der Einladung britischer Musiker bewusst gegen den „Brexit“ protestiere, so Schöpf. Details zum Programm:

www.promenadenkonzerte.at