Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Mo, 23.07.2018


Innsbruck

20. New Orleans Festival: Musik für die große Masse

Zum 20. Mal zeigte das „New Orleans Festival“ heuer, dass die Ausrichtung auf das große Publikum funktioniert.

© Massentauglich ist natürlich auch die Musik: Gary Brown (im Bild) gab Klassiker wie „Purple Rain“ oder „Iko Iko“ zum Besten.



Von Barbara Unterthurner

Innsbruck — Es ist sein Baby, betont Markus Linder. Gemeint ist damit das „New Orleans Festival", welches der gebürtige Vorarlberger „Bluesman" mit seiner Frau Sabine gründete und das gestern zum zwanzigsten Mal seinen Abschluss fand.

Bereits seit Mittwoch wippte ganz Innsbruck wieder einmal im Bluestakt. Was klein begann — die ersten Festivals fanden auf einer kleinen Bühne auf dem Marktplatz statt —, ist inzwischen zu einem großen Event ausgewachsen, samt maßgeblicher Beteiligung des Stadtmarketings. Entstanden war das Festival aus der Faszinatio­n des Initiators für das Südstaatenflair: „Wir haben New Orleans damals alle zwei Jahre besucht und viele Kontakte zu den heimischen Musikern aufgebaut", erzählt Linder. Auf diesen Musikern basiert das Konzept: Jedes Jahr wird ein Act aus New Orleans geladen, der das Festival in Innsbruck bespielt. Klar, dass hier die Kapazitäten nicht endlos sind. So lud man heuer erneut Charles Elam alias Chucky C. und Gar­y Brown ein, die insgesamt fünf Konzerte bestritten. Und unter anderem den Abschluss für die beiden großen Konzerte am Freitag bzw. Samstagabend auf dem Landhausplatz bildeten. Eine verwunderliche Programmlinie, unterschieden sich die beiden Konzerte doch nicht grundlegend. Abwechslungsreicher ist da das Programm mit heimischen Bands, insgesamt 82 davon standen in 20 Jahren auf der Bühne. Alle im Dienste des Blues, das galt heuer auch für die Tiroler Sängerin Sara de Blue oder Volksmusik-­Urgestein Franz Posch.

Dem Erfolgskonzept konnt­e heuer nicht einmal das Wetter einen Strich durch die Rechnung machen, auch am verregneten Samstag tanzte das Publikum fröhlich zu den Blues- und R'n'B-Klassikern der Musiker aus New Orleans. Linders Vision ging also erneut auf: Dixie, Blues, R'n'B und Jazz nach Innsbruck zu bringen — allerdings nicht für Insider, sondern für die große Masse. So soll es auch in den nächsten Jahren weitergehen.




Kommentieren