Letztes Update am Di, 27.11.2018 15:15

TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Ski-Opening

Jason Derulo: „Ischgl ist mein allererster Ski-Trip“

Weltstar ohne Allüren: Im TT-Interview verriet US-Sänger Jason Derulo, inwiefern er demnächst olympiareif sein will und ob er in Damenbegleitung nach Ischgl gereist ist.

© SamDer 29-jährige Sänger stand am Samstag in Ischgl Rede und Antwort.



Sie wohnen in Miami, Florida, da zählt Wintersport vermutlich nicht zu Ihren Hobbys.

Jason Derulo: Ischgl, das ist mein allererster Ski-Trip! Ich habe noch nie zuvor ein Skigebiet gesehen. Umso spannender ist es, hier zu sein. Was das Skifahren angeht, bin ich zwar völlig unerfahren, aber kein Anfänger. Ich würde sagen, eher ein fortgeschrittener Anfänger. Ich lerne sehr schnell, und bin mir sicher, nach ein paar Tagen Urlaub in Ischgl werde ich nahezu olympiareif sein (lacht).

Ob Sie ein schneller Lerner sind, können Sie demnächst auch beweisen, wenn es darum geht, Texte auswendig zu lernen. Sie werden nämlich im Film „Cats“ eine Rolle haben.

Derulo: Ganz genau! Darauf freue ich mich schon, weil es mein erster Film sein wird und die anderen Schauspieler sind allesamt großartig – Jennifer Hudson, Taylor Swift und viele mehr.

Sie werden einen rebellischen Charakter darstellen. Ähnelt der Ihrer Persönlichkeit ein wenig?

Derulo: Könnte man sagen. Ich bin auch nie vollkommen zufrieden, versuche immer, noch etwas besser zu werden, an mir zu arbeiten und dazuzulernen.

Diese Einstellung dürfte Ihnen auch geholfen haben, als Sie sich 2012 bei einer Probe auf der Bühne einen Halswirbel gebrochen haben.

Derulo: Ich hätte dabei sterben können, habe es aber als Chance gesehen. Quasi als zweite Chance. Und auch wenn es abgedroschen klingt: Seitdem lebe ich jeden Tag, als wäre es der letzte. Ich sitze auf Tour etwa nicht nur im Hotelzimmer, sondern gehe raus und will was erleben, neue Orte sehen.

Holen Sie sich bei solchen Erlebnissen auch die Inspiration für die Lieder, die Sie schreiben?

Ein Blick auf Derulos Hände verrät, dass er einen Hang zu großen Ringen hat.
- Sam

Derulo: Auch. Und ich denke daran, was meine Familie und ich erlebt haben. Die Song-Konzepte notiere ich dann meistens auf meinem Handy.

Zuletzt haben Sie etwa ein Lied mit DJ David Guetta und Rapperin Nicki Minaj aufgenommen. Sie alle drei sind Weltstars. Ist man da noch nervös, wenn man erstmals auf einen ebenso namhaften Kollegen trifft?

Derulo: Ach, wir sind doch alle Menschen. Da bin ich nicht aufgeregt.

Es ist keine Seltenheit, dass Ihre Lieder während der ersten Stunden nach der Veröffentlichung millionenfach auf YouTube angeklickt werden. Sitzen Sie da vor dem Computer und schauen, wie der Song ankommt, achten Sie erstmals weniger darauf oder wetten Sie vielleicht sogar, wie hoch die Klick-Zahl ausfällt?

Derulo: (lacht) Nein, ich wette nicht. Ich hoffe. Und ich sitze wirklich vor dem PC. YouTube ist eines meiner wichtigsten „Werkzeuge“ – da sehe ich sofort, wie die Leute reagieren.

Was war eine besonders emotionale oder überraschende Fan-Reaktion?

Derulo: Kürzlich in Prag, da habe ich spontan vom Hotelbalkon aus für Fans gesungen. Ohne Lichteffekte, ohne große Band, ohne Glam. Und trotzdem sind die Menschen geblieben und haben mir zugehört.

Von wie vielen Fans reden wir da?

Derulo: 10.000 oder 11.000 würde ich sagen. Das war einzigartig.

Vermissen Sie Ihre Familie, wenn Sie so lange in der ganzen Welt unterwegs sind? Oder sind Sie hier nach Ischgl­ vielleicht mit Ihrer Freundin angereist, sollten Sie derzeit eine haben?

Derulo: Ich habe das Glück, dass einige meiner Familienmitglieder mit mir auf Tour zusammenarbeiten. Außerdem würde ich auch meine Tänzer, Band und Crew als Familie bezeichnen. Zwar nicht im Sinn von Blutsverwandten, aber sie sind die Familie, die ich gewählt habe. Und nein, ich habe kein Mädchen mitgebracht (lacht).

Apropos Familie: Wie werden Sie Weihnachten verbringen?

Derulo: Hoffentlich mit meiner Familie. Nur wo, das wissen wir noch nicht.

Das Interview führte Judith Sam