Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Fr, 04.01.2019


Musik

Vom Anderen zum Eigenen

Eine Band, die beständig ist: Familie Lässig kommt mit ihrem ersten Album am 29. März ins Innsbrucker Treibhaus.

© Jules StipsitsEine Band, die beständig ist: Familie Lässig kommt mit ihrem ersten Album am 29. März ins Innsbrucker Treibhaus.



Innsbruck – Eine All-Star-Band im klassischen Sinne wollte Familie Lässig sein. Zusammenkommen für einen bestimmten Anlass (drei Konzerte 2014 zugunsten der Flüchtlingshilfe), um ein paar Covers zu spielen. So beginnt die Geschichte der Band, aber so endet sie nicht. Die Combo, bestehend aus den Schauspielermusikern Manuel Rubey, Gerald Votava, dem Kabarettistenmusiker Günther Paal alias Gunkl und den Vollblutmusikern Clara Luzia, Cathi Priemer und Boris Fiala, gibt es immer noch. Und so soll es auch bleiben, bestätigt Clara Luzia. Schließlich habe man sich nicht nur auf eine feste Besetzung geeinigt, sondern auch auf ein ganzes Album. Mit „Im Herzen des Kommerz“ veröffentlichte die All-Star-Band jetzt ihre erste Platte im Eigenlabel von Clara Luzia – mit selbstgeschriebenen Songs.

Insgesamt ein Dutzend haben es sich auf der Platte gemütlich gemacht. Darunter mischen sich eigene und andere: Authentische Melodien aus den eigenen Reihen – klar von Clara Luzia beeinflusst sind etwa „Kopf im Sand“ sowie „Glück“. „Applaus“ lieferte die Musikerin gar fix und fertig. „Melancholie“ hingegen stammt aus der Feder von Gunkl. Andere Songs wurden bewusst von anderen Musikerkollegen übernommen und neu interpretiert: so etwa „Das Leichteste der Welt“ (Gisbert zu Knyphausen) oder „Der Mond“ (Rocko Schamoni) – sowie Stefanie Wergers „Blumen im Sand“, das bei Familie Lässig mit ordentlich Rockgitarre unterlegt wird.

So entstand ein Album, das so vielfältig ist wie seine Mitglieder. Und damit bleibt sich Familie Lässig treu. Schließlich wird nur das gespielt, was die Familie auch lässig findet. Ein roter Faden ist zumindest zu erahnen. Und trotz aller Diskussionen um den Kommerz: Auch Indie-Pop kann kommerziell klingen und sich dabei doch abspalten vom Mainstream-Volks-Rock’n’Roll à la Andreas Ga­balier.

So sind viele der Songzeilen auf „Im Herzen des Kommerz“ bezaubernd ehrlich. Die, auch da ist man sich einig, auf Deutsch bleiben: „Ich kann nachts immer am besten nicht schlafen“, erklärt Rubey in „2000 Lightyears“. „Mit voller Kraft Rückwärtsgang“ singen sich Luzia und Rubey in das zentrale „Kopf im Sand“. Gespannt darf man bleiben, wie die eigenen Songs der Band dann auch live funktionieren. Am 29. März macht die Familie im Treibhaus in Innsbruck Halt. (bunt)

Indie-Pop Familie Lässig: Im Herzen des Kommerz. Asinella Records




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