Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom So, 10.03.2019


Musik

Falschlunger und Biondini im Treibhaus: Harmonischer Tanz der Kulturen

In „Once in a Blue Moon“ trifft Sitar (Klaus Falschlunger) auf Akkordeon.

© GasserIn „Once in a Blue Moon“ trifft Sitar (Klaus Falschlunger) auf Akkordeon.



„Jetzt wird's brutal indisch!" Klaus Falschlunger fasste sein Konzert mit Luciano Biondini am Donnerstag im Treibhaus gut zusammen. „Once in a Blue Moon" heißt ihr neues Programm, ein englisches Sprichwort, das eine Seltenheit beschreibt, wie ihre seltene Instrumentierung. Das ungewöhnliche Duo kombiniert die unverkennbar orientalische Sitar und das für europäische Volksmusiken typische Akkordeon. So vereinen sie orientalische und okzidentale Musikkultur in einem Raum.

Die Sitar ist eine indische Langhalslaute mit bis zu 20 unterschiedlichen Saiten. Durch ihre verschiebbaren Messingbünde kann sie sogar mit einem Akkordeon abgestimmt werden. Die gewölbten Bünde sorgen außerdem für den schnarrenden Klang.

Klaus Falschlunger spielte im traditionellen Schneidersitz, die Sitar auf seinem nackten linken Fuß aufliegend. Die Saiten zupfte er mit langen Fingernägeln, gelegentlich klopfte er auf den Klangkörper aus Flaschenkürbis, um Rhythmen zu erzeugen.

Ihre langen Lieder tragen humorös-religiöse Titel wie „Noah's First Breath", „Incredible World" oder das „autobiografische" „A Hippie in a Tipi". Falschlunger oder Biondini begannen abwechselnd mit einem Thema. Die abwechselnden Akzente und Soli ergaben außergewöhnliche Harmonien. Auf Dauer war das Klangspektrum aber etwas dünn. Auf einen akustischen Ausbruch mit Bass und Percussion wartete man vergeblich. Das einzige zusätzliche Element war eine Art Sprechgesang von Klaus Falschlunger, der verhalten unterging.

Die reduzierte Besetzung fokussierte aber auf die Instrumente. Auf die exotische Sitar sowieso, und auch auf das Akkordeon, das mit separatem Bass und melodiösen Obertönen viel ermöglicht. Aber was wäre ein Instrument ohne Musiker? Falschlunger und Biondini bewiesen, dass auch unterschiedlichste Kunst gut harmonieren kann. (lg)