Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom So, 17.03.2019


Musik

Austrofred in Innsbruck: Das Mikrostangl perfekt ausbalanciert

Wenzl ist ein gern gesehener Gast in der p.m.k: als Austrofred oder mit seiner Band Kreisky.

© Ingo PertramerWenzl ist ein gern gesehener Gast in der p.m.k: als Austrofred oder mit seiner Band Kreisky.



Innsbruck – Auch ein „Champion“ kann nicht immer derselbe sein: Das Haupthaar wird lichter, die Bauchgegend üppiger. Dass sich da bei Austro­fred in den letzten Jahren etwas verändert hat, das konnten die Besucher beim Auftritt von Österreichs glühendstem Freddie-Mercury-Verehrer am Freitag in der Innsbrucker p.m.k. live miterleben. Denn im Screening eines Beitrags der Show „Hello Vienna“, das als Intro fungieren sollte, war haartechnisch noch mehr los: auch weil sich Austrofred Kommissar Rex als „Gesprächspartner“ eingeladen hatte. Nur Antworten lieferte der Hund keine. Kein Problem – denn Austrofred monologisierte doch locker 20 Minuten weiter.

Doch ein etwas hartnäckig langer Beitrag, gesteht der reale Austrofred nachher auf der Bühne. Dort stehe er aktuell auch aufgrund des Erfolgs des Queen-Films „Bohemian Rhapsody“. Und „Collega“ Rami Malek bekam für seine Mercury-Imitation sogar den Oscar. Austrofred alias Franz Adrian Wenzl hat andere Ambitionen: Er geht lieber auf Tour. Dieses Mal mit einem neuen Strandtuch anstatt eines neuen Buchs.

Deshalb ist in der p.m.k. auch nur Musik angesag­t, (dieselbe) gute Show ist garantiert. Denn das Konzep­t funktioniert: Den großen Hits der Bombast-Rocker Queen mengt Austrofred Texte von Austropop-Perlen bei. Nicht fehlen darf das perfekte Eighties-Dress (samt breiter Rotzbremse unter der Nase) und die Eins-a-Freddie-Mercury-­Attitüde, die den Auftritt zur exzentrische­n Karaoke-Performance macht. Und ja, Austrofred beherrscht die „Mikro­stangltechnik“ immer noch aus dem Effeff. Ebenso wie die Eigeninterpretationen von „I Want to Break Free“ (oder: Irgendwann bleib i dann durt/STS) oder „Crazy Little Thing Called Love“ (oder: „Die Blume aus dem Gemeindebau/Wolfgang Ambros). Da wird aus dem epischen „Barcelona“ (das Mercury 1988 mit Mont­serrat Caballé einsang) eben „I hau da a Watschn owa“. Lustig ist’s in jedem Fall. Wenn man ihn nicht eh schon abgeschrieben hat, muss man sich eingestehen: Der so genannte „Champion“ wird nicht alt. (bunt)