Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Sa, 16.03.2019


Bezirk Imst

Jazz-Legenden die Ehre erwiesen

Das Florian Bramböck Quintett (Bramböck links) feierte Mulligan, Hodges und Webster im Wintergarten des Gasthofes Hirschen.

© HauserDas Florian Bramböck Quintett (Bramböck links) feierte Mulligan, Hodges und Webster im Wintergarten des Gasthofes Hirschen.



Der Innsbrucker Jazzsaxophonist Florian Bramböck zählt zweifellos zu den allerbesten Saxophonisten Österreichs. Seine Konzertabende stehen geradezu exemplarisch für eine mit Haut und Haar, Herz und Seele, Bauch und Kopf gelebte bzw. interpretierte Musik. Wenn er, wie am Donnerstagabend im Rahmen der Veranstaltungsreihe Jazzknödel in Imst, einen Abend den legendären Saxophonisten Gerry Mulligan, Johnny Hodges und Ben Webster widmete, dann durfte man davon ausgehen, dass man die Form der Huldigung im Bereich des Exemplarischen verorten kann.

Die Musiker, mit welchen sich Bramböck umgibt, sind, wie es so schön heißt, allererste Sahne. So durfte man an seiner Seite Yvonne Moriel (Tenorsaxophon), Stephan Costa (Klavier), Gösta Müller (Kontrabass) und Mario Kofler am (Schlagwerk) erleben.

Gerald Joseph „Gerry" Mulligan (Baritonsaxophon), Arrangeur und Komponist, verhalf dem Baritonsaxophon im Modern Jazz zur solistischen Anerkennung wie kein Zweiter. Johnny Hodges war einer der wichtigsten Alt-Saxophonisten des Swing und lebte sein musikalisches Leben im Orchester Duke Ellingtons wie auch Ben Webster (Tenorsaxophonist), der als einer der ganz Großen der Swing-Epoche galt.

Alle drei Monumente des Jazz sozusagen. Respekteinflößend definitiv, aber ungemein motivierend zugleich. Denn das Florian Bramböck Quintett beschränkte sich nicht auf ein Spiel nach Noten. An jeder Note gefeilt, jeder Takt gewichtet, stilistische Individualität gelebt und improvisiert mit Bauch und Kopf. Elegant perlendes und ungemein sinnliches Spiel an den Saxophonen und dem Klavier, souverän der Bass, hochsensibel das Schlagzeug. Dass Bramböck selbst dieses Jahr seinen 60. Geburtstag feiert, soll nicht unerwähnt bleiben, ist es doch das Publikum, welches von solchen Feierlichkeiten profitiert.

Und wer am Donnerstagabend genau hingehört hat, hat es vernommen: Mulligan, Hodges und Webster haben applaudiert. (hau)


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